| Oscar Elias Biscet: Ein Schimmer Hoffnung |
| Mittwoch, 22. November 2006 | |
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Autorin: Tania Quintero
Tania Quintero wurde im Jahre 1942 in Havanna geboren. Sie arbeitete 28 Jahre als Journalistin - zunächst für die offizielle Presse und später als unabhängige Journalistin für die oppositionelle Nachrichtenagentur: “Cuba Press”. Seit November 2003 lebt sie als Asylantin in der Schweiz.
Dr. Oscar Elias Biscet bei seiner Verhaftung
Oscar Elías Biscet ist ein gut ausehender Mensch. Biscet studierte Medizin - Fachgebiet: Gynekologie. Ein Mann mit solchen Voraussetzungen wirkt wie ein Magnet auf Frauen. In Kuba begegnet man nicht oft Persönlichkeiten vom Format von Biscet. Er ist einfach ein angenehmer Mensch. Er spricht leise und hat permanent ein Lächeln parat. Er lässt sich nicht leicht provozieren. Wenn er mündlich angegriffen wird, reagiert er nicht mit Gewalt, sondern mit Argumenten. In Kuba führen viele Männer ein Doppelleben. Durch den Zerfall der moralischen Werte ist es normal, dass ein Mann eine Kubanerin zwar heiratet, aber mit Hilfe einer ausländischen Frau das Land verlässt. Vom Ausland und hinter dem Rücken seiner neuen Partnerin schickt er Hilfe an seine Familie in Kuba. Einmal im Jahr besucht er seine kubanische Frau und die gemeinsamen Kinder auf der Insel. Biscet ist christlich gesinnt. Ein solches Verhalten kommt bei ihm nicht in Frage. Im Unterschied zu den meisten Kubaner – ließ er sich nicht vor den Karren des Regimes spannen. Mit dem Parteiausweis in der Tasche hätte er Auslandseinsätze für „Fidel“ machen können. Das brächte ihm Dollars und vielleicht eine höhere Stufe in den seltsamen totalitären Strukturen. Vielleicht hätte er es auch bis zu einem Posten als Funktionär im Ministerium für Gesundheitswesen gebracht. Aber Biscet ist aufrichtig. Er wollte nichts von der doppelten Moral wissen. Er wählte den Weg der Opposition. Er stellte sich eine Wende nicht mit Gewalt sondern Veränderungen durch Dialog vor. Sein Vorbild ist: Mahatma Ghandi. Dr. Oscar Elias Biscet befürwortet eine Revolution in Kuba jedoch ohne Gewalt. Eine Wende durch zivilen Ungehorsam. Das kubanische Volk muss sich von Dogmen und unantastbaren Führern befreien. Biscet stellt sich so etwas wie den „Salzmarsch“ der Inder auch in Kuba vor.
Vor 50 Jahren rief Ghandi das indische Volk zum „Salzmarsch“ auf, wobei das Salz den Wunsch nach Freiheit und
Selbstbestimmung symbolisierte. Kuba sollte auch einen „Salzmarsch“ haben – so
lautet die Devise von Biscet. Eine Revolution durch Streiks, Hungeraktionen und
Massenbewegungen. Eine friedliche Wende. Biscet gründete die oppositionelle Gruppe “Fundación Lawton de Derechos Humanos“. Ihre Mitglieder propagieren die Thesen einer gewaltfreien Wende. Biscet spricht durch sein Vorbild und das ist überzeugend. Die oppositionelle Gruppe „Grupo de Trabajo de la Disidencia Interna“, angeführt von den herausragenden Dissidenten Martha Beatríz Roque Cabello, Félix Bonne Carcassés, Vladimiro Roca Antúnez und René Gomez Manzano, erkannte sofort die Bedeutung der Ideen von Oscar Elisas Biscet und gab ihm volle Unterstützung. Biscet ist der “mahatma” (große Seele) der kubanischen Opposition. Er wählte diesen unbequemen Weg statt das einfachen Leben derjenigen die sich an das System anpassten. Kuba braucht einen „Ghandi“, der der Philosophie des Hasses und der Gewalt ein Ende bereitet. (Dieser Beitrag ist im Jahre 2000 entstanden. Damals wurde er bei „Cubanet“ und in „El Nuevo Herald“ veröffentlicht. Drei Jahre später verhaftete man Biscet und verurteilte ihn zu 25 Jahren Freiheitsentzug. Er ist einer der 75 Oppositionellen, die seit 2003 lange Haftstrafen verbüßen müssen) |