Das Unglück Fidels in seiner letzten Stunde
Mittwoch, 25. Oktober 2006

Von Ernesto F. Betancourt

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Nach der Zeitschrift "Times" verfügt die US-Regierung über Informationen, wonach Castro schwerkrank wegen eines Krebsleiden in der Endphase im Bett liegt.

Dagegen behauptet Raúl Castro, sein Bruder befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der zweite Mann der kubanischen Nomenklatur versicherte, er spreche ständig mit Fidel, der kein Krebsleiden habe.

Egal wer Recht hat, es ist ein Fakt, dass seit einem Monat der "Maximo Líder" von der Bildfläche verschwunden ist.  In dieser Zeit seiner Abwesenheit beginnen die Früchte der Außenpolitik Castros in Lateinamerika, bei den nicht packt gebundenen  Ländern (No Alineados) und bei der UNO langsam zu faulen.   

Bei dem Wahlen Im lateinamerikaschen Equador  erreichte Rafael Correa nicht die erhoffte absolute Mehrheit der Wählerstimmen. Schlimmer noch, beim ersten Wahlgang blieb  er 4% unter dem Ergebnis seines Rivalen, dem konservativen Alvaro Novoa.

Die Meinungsumfragen deuten auf eine erneute Niederlage Correas bei der Stichwahl am 26. November hin. Um seine Niederlage zu verhindern hat er öffentlich behauptet, er hätte eine katholische Gesinnung (was viele seiner Anhänger aus dem linken Lager erschreckte). Weiterhin wolle er sich nicht mehr für die Unterstützung der kolumbianischen Linksguerrilla, FARC  einsetzen.
Die Krönung ist jedoch: Er hat seinen guten Kontakten zu Castro und Chávez abgeschworen. Fast hätte er behauptet, er finde den amerikanischen Präsidenten Bush sympathisch.

Sein Widersacher Novoa hat zu seinen Gunsten sein Vermögen und die Unterstützung einer gut strukturierten Partei im Rücken. 

In Bolivien verliert Evo Morales an Unterstützung des Volkes. Es holpert in der Allianz mit Kuba. Die bolivianischen Ärzte haben eine landesweite Campagne gegen die Präsenz ihrer Kollegen aus der Karibik in Bolivien gestartet.

Die Allianz mit dem Venezuelaner Chávez funktioniert auch nicht mehr richtig. Sein wichtigster Verbündeter ist nun der argentinische Präsident, Nestor Kirchner. Wird Morales das Erdgas von Petrobras nach Argentinien liefern? Was sagt der brasilianischer Präsident, José Ignacio Lula da Silva dazu? 

Übrigens sprach er in einem Interviewe über Castro so, als ob der kubanische Staatschef schon gestorben wäre. Aber die größte außenpolitische Niederlage erlitt Castro in der UNO.

Trotz verstärkten Anstrengungen erreichte Kuba immer noch nicht die Bewegung der Blockfreien für die eigenen Zwecke voll auszunutzen. Unter den „nicht Packtgebundenen“ mangelt es an Disziplin. 

Die Hindernisse während der Wahl Venezuelas für einen „nichtständigen Sitz beim Sicherheitsrat“ ist ein Beweis der Ineffizienz der kubanischen Außenpolitik, die Bewegung der "nicht Packtgebundenen" vor den kubanischen außenpolitischen Karren zu spannen.

Die traurige Hinterlassenschaft Chávez nach seiner Rede bei der UNO und die schlechte Zusammenarbeit zwischen Raúl Castro und seinem Außenminister Felipe Pérez Roque sind weitere Gründe für das Fiasko in der venezolanischen UNO-Kandidatur. Chile schlägt jetzt ein anderes Land als Kandidat für den „nichtständigen Sitz beim Sicherheitsrat“ vor. Die Aussichten für Chávez  sehen nicht sehr rosig aus.

In Nicaragua hat Daniel Ortega eine große Hürde zu überwinden. Er muss bei der ersten Runde eine gute Position ereichen, sonst ist seine politische Karriere ein für allemal beendet. Das konservative Lager hat seine Reihen geschlossen. Es könnte sehr eng werden für den Kandidaten der Sandinisten. Ein kranker Fidel fällt aus, um unter den jetzigen Umständen als Berater der Sandinisten bei den Wahlen aktiv mitzuwirken.

Kurz um, es ist sicher, in seinem Krankenbett hat  Fidel Castro eine ganze Menge mehr als nur körperliche Schmerzen  zu erleiden, da er an all diesen Prozessen nicht mitwirken kann. Es steht Viel auf dem Spiel und er kann nichts tun. Für einen Mann wie Castro ist das eine furchtbare Situation.

ENDE