| Ausgangslage in Kuba |
| Mittwoch, 20. September 2006 | |
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Kuba befindet sich in einer tiefen politischen, wirtschaftlichen und moralischen Krise. Mangelnde Zukunftsaussichten führen dazu, dass viele kubanische Jugendliche die Ausreise als die einzige Alternative sehen. Schuld an dieser Situation ist hauptsächlich die Politik der kubanischen Regierung.
Not macht erfinderisch. Ein alter amerikanischer Straßenkreuzer wurde umgewandelt in ein Motorboot. Die meisten Menschen haben nur eins im Kopf: Raus aus der Misere. Dabei ist Kuba ein landschaftlich sehr schönes Land.
Der Staat unterdrückt seit Jahrzehnten jegliche Form privater Initiative. Einziger Entscheidungsträger auf der wirtschaftlichen Ebene ist der Staat und somit die Kommunistische Partei.
In den 60er Jahren leitete der damalige Industrieminister, Ernesto Guevara „Ché“ eine Kampagne zur Industrialisierung Kubas ein. Die Insel sollte dank „großer Sprünge nach Vorne“ Entwicklungsstufen überspringen.Später wurden die Mittel aus der ehemaligen Sowjetunion und der „DDR“ in sinnlose Prestigeprojekte investiert. Heute ist der Traum aus. Kuba zählt zu den lateinamerikanischen Ländern mit den niedrigsten Prokopfeinkommen und ist auf die wirtschaftliche Hilfe Venezuelas angewiesen. In Kuba gibt es offiziell eine einzige Gewerkschaft, die von der einzigen zugelassenen Partei kontrolliert wird. Trotzdem und gerade deshalb haben sich unabhängige Gewerkschaftsgruppen gebildet, die in der Illegalität arbeiten und massiv durch staatliche Organe verfolgt werden. Die Insel wird regiert von der letzten Diktatur der westlichen Hemisphäre. Die Kubaner dürfen sich nicht frei äußern, sie dürfen auch nur Organisationen gründen, die dem Regierungskreis genehm sind.
Komitee "Zur Verteidigung der Revolution" CDR. Die Hauptaufgabe besteht darin, die Nachbarn zu bespitzeln. Auch mit deren Hilfe übt das Regime eine absolute Kontrolle über die Inselbewohner aus. Hauptzielgruppen: Die friedliche Opposition und Andersdenkende.
Die meisten Kubaner dürfen kein Auto besitzen. Der freie Internetzugang ist verboten.
die kubanische Variante des in Deutschland bekannten Markenzuteilungssystems– wurde in den 60er Jahren, kurz nach dem Sieg der Revolution eingeführt. Dieser Bestseller von Castro wird jährlich herausgegeben und ist die permanente Lektüre der 11.5 Millionen Kubanern auf der Insel. Das Wort "Libreta" – was im Spanischen soviel wie Heft bedeutet – ist der Begriff für Mangelwirtschaft in Kuba. Der Staatsminister – Humberto Pérez – entwarf in den 80er Jahren einen Plan, um die Rationierung abzuschaffen. Castro feuerte seinen Minister. Ganze Generationen von Kubanern kennen nur die Mangelwirtschaft. |