Massenverhaftungen auf der Insel
Mittwoch, 3. Oktober 2007
23 Personen "spurlos verschwunden", 25 verhaftet, 10 unter Hausarrest


Havanna / Frankfurt am Main (1. Oktober 2007) – Während die Medien der Welt gebannt die Ereignisse in Birma verfolgten, schlug das Castro-Regime in Kuba wieder gegen die Bürgerrechtler zu. Das Resultat trifft die Oppositionellen der Castro-Diktatur hart; über 25 Oppositionelle sind verhaftet worden, 10 weitere unter Hausarrest gestellt, sowie 23 namentlich bekannte Bürgerrechtler spurlos verschwunden. "Das Castro-Regime nutzte die Ereignisse in Birma bewusst aus, um in deren Schatten still und unbemerkt die Massenverhaftung von politisch unbequemen Personen zu vollziehen. Dieselbe Taktik konnten wir bereits 2003 zum beginnenden Irak-Krieg beobachten, als im Schatten des ersten Angriffs auf Bagdad über 75 Oppositionelle verhaftet und bis zu 25 Jahren Haft verurteilt wurden", so der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Martin Lessenthin.

Am Morgen des vergangenen Donnerstags, dem 27. September, fanden sich politische Oppositionelle in der Hauptstadt Havanna vor dem Justizministerium zu einem friedlichen Protest ein. Angeführt wurde dieser von Martha Beatriz Roque Cabello, Noelia Pedraza Jiménez und dem prominenten Bürgerrechtler Jorge Luís García Pérez - genannt Antunez. In Kuba zählt er zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Demokratiebewegung - seit den friedlichen Protesten zählt er zu den Vermissten. Er forderte zusammen mit den anderen Oppositionellen die bedingungslose und sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen und kritisierte zudem öffentlich die Übergriffe und menschenunwürdigen Zustände, denen politische Häftlinge in kubanischen Gefängnissen ausgesetzt sind. Frau Martha Beatriz Roque Cabello, Kubas bekannteste Oppositionelle, übergab dem Justizministerium die schriftliche Auflistung aller Forderungen der Protestteilnehmer.

Die politischen Gefangenen, für die sich die Protestierenden einsetzten, wurden zum großen Teil in einer Massenverhaftung im März 2003 festgenommen und wegen angeblicher „Gefährdung der Unabhängigkeit und der Integrität des kubanischen Staates“ zu zum Teil 25 Jahren Haft verurteilt. Damals nutzte das Castro-Regime die Situation, dass das Weltinteresse auf Bagdad gerichtet war. Fast unbemerkt wurden Proteste in Kuba durch die Staatssicherheit niedergeschlagen und zahlreiche Personen verhaftet.

"Das Castro-Regime versucht seine Übergriffe systematisch der Weltöffentlichkeit zu entziehen. Und auch dieses Mal wurden Menschen zu Gefangenen gemacht, die lediglich ihr Recht auf Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit wahrgenommen haben. Kuba hat im Hinblick auf Menschenrechtsarbeit noch einen langen Weg vor sich", so der Vorstandssprecher der IGFM, Martin Lessenthin.