Wende in der amerikanischen Kuba-Politik?
Montag, 25. Juni 2007

Florida reagiert auf die derzeitige Wende in Kuba

Viehzüchter aus Florida spricht sich für die Normalisierung der Handelsbeziehungen zu Kuba aus. Unternehmer und Experten aus den USA auf der Suche nach Alternativen zum Embargo.

Quelle: „El Nuevo Herald“

John Parker Wright IV, ein Viehzüchter aus Florida, glaubt nicht an eine Rückkehr Fidel Castros an die Macht. Der Unternehmer aus Florida ist ein Verfechter des Dialogs mit dem kubanischen Regime. Nach seiner Auffassung ist jetzt der richtige Augenblick zum Nachdenken, wie man die Lebensbedingungen der Kubaner verbessern kann.
“In Kuba vollzieht sich eine friedliche Wende” – versicherte Parker, ein hartnäckiger Inselbesucher, trotz Embargo. „Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, daß die Regierung in den Händen eines einzelnen Mannes bleiben wird“ – sagte Parker weiterhin und meinte damit den kranken Regierungschef Kubas.

Der eifrige Kuba-Besucher wurde während eines Kuba- Forums interviewt. Das Treffen „Preparados para Cuba. Oportunidades de negocios y obstáculos: los asuntos legales“ fand statt, um die amerikanische Öffentlichkeit auf die Geschäftsmöglichkeiten mit Kuba aufmerksam zu machen.
„Anstatt an Isolation, sollten wir über Wege nachdenken, wie wir den Kubanern helfen können, ihre Wirtschaft zum Wohle der Bevölkerung produktiver zu gestalten“ – meinte Parker gegenüber der Presse.
Der amerikanische Farmer ist mit Ramón Castro, ebenfalls Viehzüchter und Bruder Fidel Castros befreundet. Er war in Juni 2007 in Havanna und im Juli will er  die Insel wiederum besuchen.

Seine Zukunftsvision Kubas sieht folgendermaßen aus: „Mit seinen potentiellen Möglichkeiten im Tourismus und in der Landwirtschaft hat Kuba große Chancen ein zweites Florida zu werden“ – Der amerikanische Farmer weiterhin:
„Ich träume davon, kubanische Mangos nach Florida zu importieren. Schiffe mit kubanischen Mangos beladen würden einen großen Absatz in Florida finden“ – sagte Parker gegenüber der Presse in Miami.

Veranstalter des Treffens “Preparados para Cuba. Oportunidades de negocios y obstáculos: los asuntos legales” - war die katholische Universität St. Thomas. Unter den Teilnehmer befand sich ebenfalls der Kuba-Experte  J.P. Wright, Eigentümer der gleichnamigen Consulting Firma “J.P. Wright & Co.” aus der Stadt Naples in Westflorida. Sein Unternehmen legte ein Konzept über die rechtlichen Herausforderungen an die zukünftigen Kuba-Investoren im Falle einer Lockerung des US-Embargos vor. Die Teilnehmer gingen von einer mittelfristigen Wende in den bilateralen Beziehungen zwischen Kuba und den USA aus. 

Duzende von Anwälten und Experten diskutierten noch andere Themen, zum Beispiel: das kubanische Rechtssystem, Grundstücks- und Vermögensfragen in Kuba heute, Individualeigentum in Kuba, die Frage der Rückerstattungsansprüche, kubanischer Außenhandel sowie Möglichkeiten für Investitionen in der Elektroindustrie und im Tourismus.
Die Vorfahren Wrights waren im XIX. Jahrhundert sehr aktiv im Viehhandel mit Kuba. Seither hat sich das Familienunternehmen auf die Geschäftsbeziehungen zur Insel spezialisiert, trotz des amerikanischen Embargos. Er rechnet jedoch mit einer Aufhebung der Sanktionen gegen Kuba erst nach 2008.
''Ich glaube nicht an eine Lockerung des Embargos unter den gegenwärtigen Bedingungen” – versicherte der Unternehmer Wright. „Die derzeitige Debatte über das Immigrationsgesetz hat vorrang im Kongress” – meinte der 57 jährige Kuba-Experte. 

Der Anwalt Alfredo Durán, teilte diese Ansichten Wrights hinsichtlich einer zukünftigen Lockerung des Embargos. Durán, ein ehemaliger Kämpfer der Schweinebucht, zweifelt an einer schnellen Aufhebung der Blockade. „Ich glaube in der jetzigen Legislaturperiode wird das Thema noch nicht auf der Tagesordnung stehen“ – erklärte der Anwalt kubanischer Abstammung der Presse.

Die demokratischen Abgeordneten Charles Rangel (Nueva York), William Delahunt (Massachusetts) und Max Baucus (Montana) stellten jeweils Vorschläge zu einer Lockerung des Embargos vor.

ENDE