Aufruf zur zivilen Ungehorsamkeit
Samstag, 17. Februar 2007

Die Oppositionellen Gruppen “Centro de Información sobre Democracia“ und “Partido Popular Joven Cuba” riefen die kubanische Bevölkerung auf, die Wahlzettel bei den bevorstehenden Wahlen mit regimefeindlichen Parolen ungültig zu machen.

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AUFRUF

Es ist schon ein halbes Jahr vergangen - seit der Machtübergabe von Fidel Castro an seinen Bruder Raúl Castro. Diese Nachfolge ist ein Versuch, die Macht des seit fast vier Jahrzehnten gegen den Willen der kubanischen Nation regierenden totalitären Regimes zu verlängern.

 
Der 24. Februar ist ein wichtiges Datum für die Kubaner. Es ist der „Grito de Baire“. An diesem Tag begann 1895 der Kampf, um die Unabhängigkeit des kubanischen Volkes unter der Führung von José Martí.

Mehrere oppositionelle Organisationen nehmen dieses Datum als Anlass, um die Bevölkerung zu einem Kreuzzug gegen die Regierung aufzurufen. Wir wollen der Welt zeigen, dass wir bereit sind für die Wiederherstellung der Demokratie und der Freiheit zu kämpfen.

Wir wollen diesen Kreuzzug bis zu den Wahlen zur Nationalversammlung im Dezember 2007 weiterführen. Während dieser Zeit rufen wir alle Kubaner auf, ihre Ablehnung der jetzigen Gesellschaftsordnung in Kuba in die Öffentlichkeit zu tragen. Ebenfalls rufen wir die Menschen zur Nichtteilnahme an den Wahlen im Dezember auf.

Wegen der Angst vor dem Verlust der Arbeit oder anderen Repressalien werden es sicher viele nicht wagen, an den Wahlen nicht teilzunehmen. Wir bitten diese Landsleute, dass sie ihre Wahlzettel mit antikommunistischen Parolen ungültig machen.

Wir müssen aus den Erfahrungen der ehemaligen DDR lernen. Dort hatte das Volk bei den Wahlen dem politischen System eine Absage erteilt. Bei diesen Wahlen unter der Aufsicht von Institutionen der Zivilgesellschaft (Kirchen, Vereine, mutualistische Verbände, etc) wurde dem „deutschen Kommunismus“ jede moralische Autorität aberkannt. Das war die entscheidende Wende zur Demokratisierung und Wiedervereinigung Deutschlands.

Es wäre ein gutes Zeichen, wenn es uns gelingt, bei den nächsten Wahlen das Regime abzulehnen. Das wäre vielleicht der erste Schritt, um Kritik an den jetzigen Verhältnissen in Kuba nicht nur leise, sondern in der Öffentlichkeit auszutragen. Dieses anonyme NEIN bei den Wahlen kann ein entscheidender Beitrag zum demokratischen Reformprozess werden. Damit wäre der Versuch - die geplante totalitäre Nachfolge zu sichern - gescheitert.

 

Kubaner, Landsleute, einigen wir uns!

 

Sagt NEIN zu offiziellen Losungen über die „Unfehlbarkeit des Sozialismus“!

Setzt ein Zeichen! Nieder mit dem Kommunismus!

Gemeinsam können wir es erreichen!
 

Carlos Ríos Otero
Centro de Información Sobre Democracia

 

Rafael E. Ávila Pérez
Partido Popular Joven Cuba

 

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