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Autorin:
Tania Quintero
Tania
Quintero wurde im Jahre 1942 in Havanna geboren. Sie arbeitete 28 Jahre als
Journalistin - zunächst für die
offizielle Presse und später als unabhängige Journalistin für die
oppositionelle Nachrichtenagentur: “Cuba Press”. Seit November 2003 lebt sie als Asylantin in der
Schweiz.
Dr. Oscar Elias Biscet bei seiner Verhaftung
Oscar Elías
Biscet ist ein gut ausehender Mensch. Biscet studierte Medizin - Fachgebiet:
Gynekologie. Ein Mann mit solchen Voraussetzungen wirkt wie ein Magnet
auf Frauen.
In Kuba begegnet man nicht oft Persönlichkeiten vom Format
von Biscet. Er ist einfach ein
angenehmer Mensch. Er spricht leise und hat permanent ein Lächeln parat. Er
lässt sich nicht leicht
provozieren. Wenn er mündlich angegriffen wird, reagiert er nicht mit
Gewalt, sondern mit Argumenten.
In Kuba führen viele Männer ein Doppelleben. Durch den Zerfall
der moralischen Werte ist es normal, dass ein Mann eine Kubanerin zwar heiratet,
aber mit Hilfe einer ausländischen Frau das Land verlässt. Vom Ausland und
hinter dem Rücken seiner neuen Partnerin schickt er Hilfe an seine Familie in
Kuba. Einmal im Jahr besucht er seine kubanische Frau und die gemeinsamen
Kinder auf der Insel.
Biscet ist christlich gesinnt. Ein solches Verhalten kommt
bei ihm nicht in Frage.
Im Unterschied zu den meisten Kubaner – ließ er sich nicht vor den
Karren des Regimes spannen. Mit dem Parteiausweis in der Tasche hätte er
Auslandseinsätze für „Fidel“ machen können. Das brächte ihm Dollars und vielleicht
eine höhere Stufe in den seltsamen totalitären Strukturen. Vielleicht hätte er es
auch bis zu einem Posten als Funktionär im Ministerium für Gesundheitswesen
gebracht.
Aber Biscet ist aufrichtig. Er wollte nichts von der doppelten
Moral wissen. Er wählte den Weg der Opposition. Er stellte sich eine Wende
nicht mit Gewalt sondern Veränderungen durch Dialog vor.
Sein Vorbild ist: Mahatma Ghandi.
Dr. Oscar Elias Biscet befürwortet eine Revolution in Kuba
jedoch ohne Gewalt. Eine Wende durch zivilen Ungehorsam. Das kubanische Volk
muss sich von Dogmen und unantastbaren Führern befreien. Biscet stellt sich so
etwas wie den „Salzmarsch“ der Inder
auch in Kuba vor.
Vor 50 Jahren rief Ghandi das indische Volk zum „Salzmarsch“ auf, wobei das Salz den Wunsch nach Freiheit und
Selbstbestimmung symbolisierte. Kuba sollte auch einen „Salzmarsch“ haben – so
lautet die Devise von Biscet. Eine Revolution durch Streiks, Hungeraktionen und
Massenbewegungen. Eine friedliche Wende.
Biscet gründete die oppositionelle Gruppe “Fundación Lawton
de Derechos Humanos“. Ihre Mitglieder propagieren die Thesen einer gewaltfreien
Wende. Biscet spricht durch sein Vorbild und das ist überzeugend. Die
oppositionelle Gruppe „Grupo de Trabajo de la Disidencia Interna“, angeführt
von den herausragenden Dissidenten Martha Beatríz Roque Cabello, Félix Bonne
Carcassés, Vladimiro Roca Antúnez und René Gomez Manzano, erkannte sofort die
Bedeutung der Ideen von Oscar Elisas Biscet und gab ihm volle Unterstützung.
Biscet ist der “mahatma” (große Seele) der kubanischen
Opposition. Er wählte diesen unbequemen Weg statt das einfachen Leben derjenigen
die sich an das System anpassten. Kuba braucht einen „Ghandi“, der der
Philosophie des Hasses und der Gewalt ein Ende bereitet.
(Dieser Beitrag ist im Jahre 2000 entstanden. Damals wurde er
bei „Cubanet“ und in „El Nuevo Herald“ veröffentlicht. Drei Jahre später
verhaftete man Biscet und verurteilte
ihn zu 25 Jahren Freiheitsentzug. Er ist einer der 75 Oppositionellen, die seit
2003 lange Haftstrafen verbüßen müssen)
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