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Ein Vorschlag zur
nationalen Sicherheit
Kuba befindet sich in
Gefahr. Es ist nicht eine momentane Gefahr, sondern die Gefahr
ergibt sich aus der Geschichte. Das betrifft alle Kubaner- aber in erster Linie
die Bevölkerung auf der Insel. Die erste Gefahr resultiert aus fast einem
halben Jahrhundert plan- und perspektivloser Politik der kubanischen Regierung.
Die andere Gefahr rührt her aus den Absichten der USA unseren Kurs vorzubestimmen,
diesmal mit der neuen Rhetorik, dass sie es mit unserem Einverständnis machen.
Die Kubaner erscheinen hilflos
bei der Aussicht eine gescheiterte Nation zu sein, sowie bei der Vision eine
selbständige rebellische Provinz der USA zu werden. Die sogennante Revolution
hat schon längst aufgehöhrt zu existieren. Auf der anderen Seite stehen
wir vor einer imperialen Geopolitik, die nur darauf gerichtet ist ihre
geostrategischen Interesse zu wahren.
Der labile gesundheitliche
Zustand des noch kubanischen Präsidenten sowie sein Verharren an der Macht und
der Busch Plan zur „Unterstützung eines Freien Kuba“ stellen eine doppelte
Gefahr dar.
Die Vordergrundstellung eines
einzelnen Menschen gegenüber den Interessen einer Nation sowie der Wille der
USA den Kurs der kubanischen Innenpolitik zu bestimmen. Beide Einstellungen
sind im gleichen Maße verhängnisvoll. Einerseits wird die falsche Vorstellung
der Verbundenheit der kubanischen Nation mit Fidel Castro vermittelt. Andererseits wird
dadurch indirekt den USA das Recht eingeräumt, an den Zukunftskonzepten Kubas
mitzuwirken. Zwei Gesichter derselben Münze die uns Kubanern ein halbes
Jahrhundert vermittelt wurden.
In den letzten Jahren hat “Arco
Progresista” auf diese doppelte Gefahr für die Nationale Sicherheit Kubas aufmerksam
gemacht. Die „Respuesta Progresista“ (Fortschrittliche Antwort) ergibt sich aus
der Notwendigkeit diese Gefahren als eine Herausforderung anzusehen, um auf dem
Gebiet der Politik und der Menschenrechte aktiver zu werden. Sowohl das Lager
der Regierung - als auch ihrer
Widersacher brauchen die traditionelle Kuba-Politik der USA. Dieser
Herausforderung sollte man mit Entschlossenheit aber auch mit Hoffnung
entgegensehen. Das Land braucht eine strategische Vision und positives Denken.
Die fortschrittlichen Kräfte
Kubas haben im Jahre 2004 das Grundsatzpapier: „Sechs Pakte und sechs Schritte für einen friedlichen Übergang“
(siehe auch Hintergründe) und im Jahre 2005 den „Aufruf: Die Tugend des Dialoges“ bekannt gemacht. Beide Vorschläge
beschreiben die gegenwärtige Lage auf Kuba und zeigen den Weg um zu einem
minimalen Konsens aller Kubaner zu gelangen.
Kernpunkt des „Aufruf: Die Tugend des Dialoges“:
Die Notwendigkeit des Dialogs als Grundgedanke. Die Regierung zeigt bis jetzt mangelnde
Verhandlungsbereitschaft. Die Notwendigkeit eines Rundtischgespräches unter
Teilnahme aller Gruppen und der gesamten Bevölkerung als Voraussetzung - um einen pluralistischen Pakt abzuschließen -
bildet die Grundlage von „Sechs Pakte
und sechs Schritte für einen friedlichen Übergang“.
Die seltsame zeitliche Überschneidung zwischen der
Verschlechterung der Gesundheit von Fidel Castro und dem neuen amerikanischen
„Plan zu einer kubanischer Wende“ zwingt unser Konzept zu überdenken. Um somit
den neuen Risiken und den neuen Chancen
gerecht werden zu können. Die nationale Sicherheit soll den Mittelpunkt des
schwierigen Prozesses des Zivildialogs darstellen. Dieser Prozess zum
Heranwachsen einer politischen Kultur wurde im Jahre 1952 (Militärputsch von
Batista) gestört und im Jahre 1959 (Machtübernahme Castros) unterbrochen. Kern
dieses Prozesses ist die Notwendigkeit des politischen Pluralismus.
Der Bushplan für Kuba stellt eine Einmischung und
eine Missachtung unserer Fähigkeiten dar. Die geopolitische Vision Amerikas
stellt die Demokratisierung Kubas in Verbindung mit den US-Interessen in
Lateinamerika. Die Ernennung eines amerikanischen Koordinators für die
kubanische Wende zeigt ihre Unkenntnis über die Realitäten Kubas. Die Verteilung
von Geldern an auserwählte Gruppen ist eine Form vorzubestimmen, wen es gilt
während der Wende als Faktor zu berücksichtigen. Eine derartige Politik und die
Ausarbeitung einer Liste mit den Namen derjenigen die verurteilt werden sollen,
ist ein großes Hindernis zur Versöhnung. Auf diese Weise legt Washington die
Gerichtsbarkeit während des Wendeprozesses fest. Die USA verlangen die
Durchführung von pluralistischen Wahlen, als Bedingung zur Anerkennung des
demokratischen Charakters der Wende. Diese amerikanische Meinung berücksichtigt
nicht die Ereignisse der letzten 50 Jahre, geht von realitätsfremden
Bedingungen aus, stellt den demokratischen Fortschritt in einen engen Rahmen
und entmutigt diejenigen Gruppen, die bereit wären, sich schrittweise am
Demokratisierungsprozess zu beteiligen.
Das Demokratie Konzept des Bushplanes überbewertet
die Rolle der Wahlen für einen erfolgreichen Demokratisierungsprozess.
Argumente dagegen sind die Machtübernahme von Hamas in Palästina oder
Venezuela, wo der Präsident schrittweise die demokratischen Strukturen zerstört,
denen er seine Wahl verdankt. Die Vereinigten Staaten von Amerika versuchen die
Meinung anderer demokratischer Länder zu beeinflussen, hinsichtlich der nicht
diplomatischen Anerkennung der eventuell nicht demokratisch gewählten
Nachfolger des gegenwärtigen Regimes. Das beschränkt die Möglichkeiten zur
Lösung des Problems in dem das Potential der Nachfolge für die kubanische Wende
verringert wird. Zum Schluss die „geheime Klausel“ des Buschplans liefert
Munition an die Gegner der Wende. Es ist wichtig zu bemerken, dass in diesem
Papier nur einmal das Wort „friedliche Wende“ erwähnt wird. Die Mängel werden
in einer defizitären Spanischübersetzung aus dem Englischen vertuscht.
Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen haben wir
einen zusätzlichen Punkt in unser Grundsatzpapier Sechs Pakte und sechs Schritte für einen friedlichen Übergang
eingeführt. Unser Vorschlag: Die „Route Map“ der kubanischen Wende soll flexibel
gestaltet werden, so dass keine Termine oder Etappen zur Durchführung der
ersten pluralistischen Wahlen der letzten 50 Jahre festgelegt werden dürfen.
Der Verlauf der Wende selbst soll entscheidendes Kriterium für den Termin der
Wahlen werden. Natürlich ist die Abstimmung aller Gruppen in diesen Fragen die
Grundvoraussetzung.
Ein weiterer Aspekt ist die innere Lage. Das
traurige Bild eines kranken und gebrechlichen Machthabers erzeugt Unsicherheit
und Erstarrung in einem Augenblick, wo das Land Reformen am Nötigsten braucht. Das
Fortbestehen dieser Situation stellt zusätzliche Risiken für die ohnehin schon
gefährdete nationale Sicherheit dar. Weiter Folgen wären eine Verschlechterung
der Versorgung der Bevölkerung, mehr Korruption, die Gefahr einer neuen
Ausreisewelle und die Zuspitzung der Rassendiskriminierung.
Wir schlagen vor, der kubanische Präsident sollte
die Macht an seine verfassungsmäßigen Erben endgültig abtreten. Die
Aufrechterhaltung der derzeitigen provisorischen Machtverhältnisse schadet dem
Land.
Kuba braucht eine berechenbare Politik.
Die Geschichte hat bewiesen, dass wir Kubaner
trotz unserer unterschiedlichen Auffassungen willens und fähig sind miteinander
zu sprechen.
Die richtigen Schritte um der Sicherheit Kubas
gerecht zu werden, wären das Abtreten des Präsidenten Fidel Castros, eine
verantwortliche Politik seiner Nachfolger und die Zurückhaltung der USA.
Diese Drei Dinge
könnten den Weg zur Einigung aller Kubaner ebnen.
17 de August 2006
Manuel Cuesta Morúa
Sprecher Arco Progresista
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