Home arrow Home arrow Die Wende in Kuba – Eine Zusammenstellung der Aufgaben für ein demokratisches Kuba
Freitag, 12. März 2010
 

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  Beitrag von Peter Schumann im Deutschland Radio,

"Schwarzer Frühling in Havana

gesendet im März 2007

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Karikatur

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Politische Häftlinge in Kuba
Die Wende in Kuba – Eine Zusammenstellung der Aufgaben für ein demokratisches Kuba Drucken E-Mail
Montag, 30. Oktober 2006

Europa beharrt auf seiner alten Kuba-Politik, während auf der anderen Seite des Atlantiks neue Impulse zur Demokratisierung entstehen. Kuba ist klein und der europäische Schwerpunkt liegt in Asien. Das Thema Kuba ist leider nur noch Sache  einer Handvoll europäischer Experten und Politiker.

Autor: Boris Luis Santa Coloma

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Für Viele brachte das Jahr 2006 den Beginn des erwarteten kubanischen Wendeprozesses. Obwohl nicht alle die Auffassung teilen, dass dieses Ereignis der tatsächliche Beginn des Veränderungsprozesses auf Kuba wird, stimmen die meisten Analysten in der Meinung überein, dass die Nachricht über die Erkrankung Castros eine neue qualitative Situation in der Fortsetzung der bisherigen kubanischen Politik darstellt.

Wenn man zurückblickt auf das Jahr 1986 in der DDR, findet man erstaunliche Parallelen zwischen den Ereignissen damals im „ersten deutschen Arbeiter- und Bauernstaat“ und der Lage in Kuba heute, nach der Bekanntgabe der zeitweiligen Regierungsunfähigkeit Castros.

Diese Überlegungen sind das Hauptargument für alle die fest überzeugt sind, in Kuba vollzieht sich heute eine „geistige Wende“ in den Köpfen der Menschen. Die Dauer des Prozesses ist schwer vorauszusagen. In den ehemaligen Ostblockländern dauerte es Jahre bis es zu Veränderungen kommen konnte. In Kuba könnten vielleicht plötzliche unerwartete Ereignisse Kettenreaktionen auslösen, die den Beginn der Veränderungen beschleunigen würden.

Wann die „Mauer aus Zuckerrohrbagasse“ fallen wird, ist jetzt jedoch nur noch eine Frage der Zeit. Der Weg bis dahin kann sehr verschieden sein, aber egal wie lange es dauern wird, die geistige Wende hat bereits begonnen.   

Dabei ist es nur der Anfang von einem langen und komplizierten Prozess, denn Kuba steht vor riesigen Herausforderungen.  

Die Hinterlassenschaften im wirtschaftlichen Bereich bieten ein fatales Bild. Betriebe mit veralterter Technik aus Ostblockzeiten und einer permanenten Abhängigkeit von ausländischer Hilfe  sind die Regel in der kubanischen Wirtschaft. Die zunehmende Verarmung ist eine der folgen der Kommandowirtschaft der Regierung. Dessen Ziel es ist, die eigene Macht aufrecht zu erhalten, anstatt  sich mit der Lösung der einfachsten materiellen Bedürfnisse der Bevölkerung zu befassen.

Nach den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der 90. Jahre (Período Especial) tauchte Venezuela als „Retter in der Not“ auf. Kuba bezieht gegenwärtig mehr als 100 000 Barrels Öl zu bevorzugten Preisen aus Venezuela. Der größte Teil davon wird von der Regierung in Havanna zu höheren Preisen weiterverkauft.  Weitere wichtige Stützen der kubanischen Wirtschaft sind: die großzügigen Kredite aus China, die Geldüberweisungen der Exil-Kubaner an ihre Angehörigen auf der Insel   (ca. $ 500 Millionen jährlich) sowie der Tourismus aus Europa, Kanada und Lateinamerika.

Trotz aller dieser Einnahmequellen bleibt der kubanische Binnenmarkt schwach und konzeptlos – in einer noch schlimmeren Lage, als in der Zeit der Subventionierungen aus Osteuropa. Der kubanische Staat sieht nach wie vor  keinen Verbesserungsbedarf an seiner bisherigen Wirtschaftpolitik.

Schwerpunkt des kubanischen Binnenmarktes bleibt der Schwarzhandel mit gestohlenen Waren aus den Betrieben. Die Regierung verfügt über kein wirksames Vorwärts bringendes Konzept der Steuer- und Währungspolitik. Die Entscheidungen werden situationsabhängig  „aus dem Bauch“ getroffen. Dieser Fakt und das Desinteresse der Regierung  - die Lebensverhältnisse der Bevölkerung zu verbessern, hat zu einer weiteren Verschlechterung der gesamten wirtschaftlichen Lage beigetragen.

Es muss eine Liberalisierung des Marktes und der produktiven Kräfte erfolgen -  jedoch unter staatlicher Aufsicht- um zu vermieden das schlagartig das Ruder in die entgegen  gesetzte Richtung herumgerissen wird. Die schrittweise Einleitung marktpolitischer Veränderungen wäre das beste Mittel, um die Entfesselung eines schwer handhabbaren Kapitalismus „a la Russland“ zu verhindern.

Weitere Probleme – die die zukünftige demokratische Regierung Kubas zu bewältigen habe – ist die Anerkennung der getätigten Investitionen nach 1959 – die Meisten davon aus Europa – und die Rückgabe des Alteigentums an Firmen und Privatleute. Die Deutschen können ein Lied davon singen, da sich dieser Prozess bis in die heutige Zeit hinausgezogen hat. .

Dieses Thema des Umgangs mit enteignetem Privatbesitz wird seit einiger Zeit verstärkt von der kubanischen Regierung in eigener Sache manipuliert. Eine eindeutige Klärung der Eigentumsfragen auf Kuba und die Ausarbeitung Handhabären Regelungsvorschlägen   – jetzt und heute – wäre zweifellos ein wichtiger Beitrag zur Wende.

Eine weitere ungeklärte Frage ist die Lösung der kubanischen Verpflichtungen dem Ausland (ca. 60 000 Millionen) gegenüber. Viele dieser Mittel wurden von der kubanischen Regierung schlecht erwirtschaftet oder in megalomanen Prestigeprojekten falsch verwendet. Teilweise wurden sie auch zur Unterstützung eines totalitären Regimes, das das Volk jahrzehntelang unterjochte, eingesetzt.

Zur Erinnerung: Nach 1898 versuchte Spanien vergeblich, die neue kubanische Regierung zur Anerkennung der Verpflichtungen der Insel gegenüber ihrer alten Kolonialmacht zu bewegen. Madrid stellte der neuen kubanischen Regierung die entsprechende Forderung zur Begleichung der Altschulden, aber der Antrag wurde mit der Begründung zurückgewiesen, diese Mittel wären gegen das kubanische Volk verwendet worden und daher nach internationalem Recht nicht als Beitrag zur Verbesserung des Wohlstandes der Bevölkerung auf der Insel anzusehen.

Ein weiterer problematischer Aspekt für die zukünftige Regierung wird die Verbesserung der Infrastruktur sein. Das Straßen- und Schienennetz befindet sich in einem desolaten Zustand. Mammutprojekte wie der Bau einer achtspurigen Autobahn oder die Errichtung einer zweigleisigen Zugverbindung zwischen Havanna und Santiago wurden - obwohl vom RGW finanziert - nie vollendet. Weiterhin ist die Liste der Mängel und Defizite an lebenswichtigen Dienstleistungen für Industrie und Verbraucher ist sehr lang. Das Land liegt heute in der Entwicklung auf den verschiedenen Gebieten viele Jahre hinter ihrer lateinamerikanischen Nachbarn. zurück.

Die Standards in Gesundheits- und Bildungswesen – die beiden Vorzeigeprojekte der Propaganda der Regierung – sind mangelhaft und haben ein sehr niedriges Niveau, wegen des wirtschaftlichen Rückstands. Die schlechten Hygienebedingungen verursachen Seuchen. Dengue-Epidemien tauchen permanent auf. All das stellt eine enorme Herausforderung dar. Das Land braucht grundlegende Veränderungen, um die vielen Probleme zu meistern. Aber  unter den derzeit herrschenden politischen Bedingungen ist Kuba nicht in der Lage selbständig die dringend benötigten Veränderungen aus eigener Kraft zu bewältigen. Das Land ist auf Hilfe von außerhalb angewiesen.

Ein weiteres großes Problem ist die Umwelt. Das Land zahlt heute die Zeche der willkürlichen Politik nach 1959. Es sind Milliarden erforderlich um ganze Gegenden und Küstengebiete zu sanieren und sie vor der kompletten Zerstörung zu retten. Wegen der übertriebenen Bewässerung der Zuckerrohrplantagen ist der Grundwasserspiegel in vielen Regionen dramatisch gesunken. Es ist bekannt, dass bei einem Absinken des Grundwasserspiegels unter einem bestimmten Pegel, das Süsswasser sich mit dem Salzwasser der umliegenden Meere vermengt und das Grundwasser damit unbracuhtbar als Trinkwasser sowie als Brauchwasser wird. Maßnahmen zur rationellen Nutzung der natürlichen Wasserressourcen müssen ein Muss für die zukünftige Wirtschaftspolitik werden.   

Die Liste der Herausforderungen für die zukünftigen demokratischen Regierung ist lang und beschränkt sich nicht nur auf  wirtschaftliche, ökologische oder juristische Gebiete.

Eine weitere offene Frage ist die Rolle des Militärs. Auf beiden Seiten des Atlantiks sprechen die Kuba-Experten über die Schlüsselrolle der kubanischen Armee im Wendeprozess. Es hört sich fast wie eine Begeisterung für die Militärs als Träger einer wirtschaftlichen Veränderung - wie in China oder Vietnam - an.

Tatsächlich stellt das Militär in Kuba auch eine bedeutende Wirtschaftsmacht dar, es befinden sich heute mehr als 50% der kubanischen Wirtschaft in den Händen der Armee. Auch im Gewinnträchtigen Geschäft Tourismus sind die kubanischen Generäle als „Unternehmer“ präsent.

Erstaunlicher Weise ist dabei zu bemerken, dass die Gegner der eventuell zurückehrenden Exil-Kubaner diese neue Schicht der  „Kapitalisten“ – Generäle wohl wollender betrachten,  als die zurückkehrenden Exilkubaner mit eventuellen Rückerstattungsansprüchen – wenn es überhaupt welche gäbe -.

Dabei wird übersehen, dass diese Generäle die kubanische Belegschaft ihrer Unternehmen, arbeitsrechtlich und gewerkschaftlich entmündigt haben, indem sie der Belegschaft kein Mitspracherecht in den Betrieben zugesteht. Kuba wurde wiederholt von der Internationalen Arbeitorganisation (International Labour Organisation) wegen Missachtung der Beschlüsse hinsichtlich Arbeitsrecht und freie Gewerkschaften verurteilt.


Trotz ihrer bis jetzt wenig ruhmreichn Rolle, wird die Armee mit großer Wahrscheinlichkeit ein wichtiger Faktor in der bereits begonnen Wende darstellen. Eine Militärdiktatur mit einer scheinbar demokratischen Regierung als Fassade, ist daher nicht auszuschließen. Die Armee wird nicht ohne weiteres ihre Privilegien aufgeben. Egal wer in der Zukunft regieren wird, man wird mit den Generälen verhandeln müssen. De facto wurde Kuba jahrzehntelang von einer getarnten Militärdiktatur regiert. Nicht um sonst trägt die Hauptperson des Landes den Dienstgrad eines „Comandante en Jefe“ (Oberster Kommandant)

Eine weitere wahrscheinliche Erscheinung der ersten Wendejahre, die für eine stärkere Rolle der Militärs spricht, ist die soziale Unsicherheit während des Demokratisierungsprozesses.

Ein halbes Jahrhundert unter der Alleinherrschaft eines einzigen Menschen hat die Kubaner misstrauisch und intolerant gegenüber anderen Ideen gemacht. Die Demokratie ist nicht nur der natürliche Zustand des Menschen, sondern auch die Basis für die Entwicklung aller Bereiche in das zukünftige Kubas. Aber für die Kubaner wird ein Umdenkprozess erforderlich. Die falsche repressive Politik der Regierung hat dazu geführt, dass heute die Gewalt leider allgegenwärtig in der kubanischen Gesellschaft präsent ist. Die Leute auf Kuba müssen lernen, dass die Probleme nicht mit Gewalt, sondern durch Dialog zu lösen sind.

Sie müssen einfach im Geist der Toleranz erzogen werden. 

Nach der Franco Diktatur haben die Spanier von heute auf morgen ihre Freiheiten wiederbekommen. Man nannte damals diesen Prozess - „Destape“ – übersetzt:   aufdekeln –. Der kubanische„Destape“ kann jedoch in anarchische Zustände ausarten. Man muss befürchten, Parteien, Gewerkschaften und einzelne Gruppen könnten nach Einführung der Demokratie auf Kuba in unendliche Streitigkeiten – wahrscheinlich auch unter Gewaltanwendung – aufeinander losgehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Situation eintritt, ist ein weiterer Grund, der für eine nicht unbedeutende Rolle der Armee im kubanischen Demokratisierungsprozess spricht.

Ein weiteres bis jetzt unbekanntes Phänomen das in der Ära nach Castro auftauchen könnte ist der Rassismus. Nach 1959 wurde offiziell die Rasendiskriminierung abgeschafft. In der Praxis jedoch sind die Weißen weiterhin die Entscheidungsträger geblieben. Ein Blick in der Zusammensetzung des jetzigen Politbüros macht deutlich, welche Volksgruppe im heutigen Kuba die Oberhand hat. Die farbige Bevölkerung wird in fast allen Lebensbereichen benachteiligt. Die meisten Opfer der gegenwärtigen willkürlichen Verfolgungen des kubanischen Sicherheitsapparates sind Menschen schwarzer Hautfarbe. Die farbige Bevölkerung  wird auch benachteiligt bei der Vergabe von gehobenen Posten im Berufsleben. Im Zuge des bevorstehenden kubanischen „Destape“ könnten daher Gewaltausbrüche mit rassistischem Hintergrund nicht ausgeschlossen werden. Die angestaute Wut der farbigen Bevölkerung Kubasnnte sich gegen eine erneute dominante Herrschaft der Regierungsträger mit weisser Hautfarbe richten.

Der jahrzehntelange Schwarzhandel mit gestohlenen Gütern hat zum Zerfall der moralischen Werte innerhalb der Bevölkerung geführt. Die Kubaner werden in der Zukunft lernen müssen, Gesetze zu akzeptieren und zu achten sowie das verloren gegangene demokratische Sozialverhalten zurück zu gewinnen. Die Menschen entwenden aus ihrer Umgebung Vieles ohne zu fragen. Begriffe wie Korruption oder Schmiergeld sind ihnen nicht unbekannt. Nach jahrzehntelanger Knappheit hat das Wort Eigentum eine andere Bedeutung in der kubanischen Bevölkerung erlangt. Für den Kubaner ist das Entwenden von Waren / Dingen - falls man an der „Quelle“ sitzt – selbstverständlich und teilweise überlebensnotwendig. Für die erste Zeit nach einem Wechsel zu einer demokratischen Regierung ist es daher ratsam Verhaltensseminare bezüglich des Eigentumverständnisses durchzuführen. Dort sollten die Menschen elementarste Grundsätze des Umganges mit Eigentum verschiedenster Art wieder neu erlernen, die im Laufe der Regierungszeit Castros abhanden gekommen sind. Beispielsweise den Umgang mit den Arbeitsmitteln - sie nicht zu entwenden oder die durch persönlichen Einsatz geschaffenen Leistungen einen höheren moralischen Stellungswert als bisher einzuräumen.

Ein anderes Thema für die Zeit der demokratischen Reformen wird das der zurückkehrenden Exilkubaner und ihre Vorstellungen für die weitere Entwicklung auf Kuba. Die Wirtschaft Kubas wird dann sicher von einer kleinen Gruppe gesteuert und die Privatinitiativen sind nicht gestattet.

Es liegt auf der Hand, dass sich nach der Wiedereinführung der Demokratie die Kubaner auf der Insel sowie die aus dem Exil am Wiederaufbau Kubas beteiligen wollen. Jedoch im Gegensatz zu dem was mancher Journalist oder Politiker heute darzustellen versucht, rechnen die wenigsten Exilkubaner tatsächlich mit einer Rückkehr in ihre alte Heimat. Das oft in der Presse beschworene Bild  von einer „Flotte der Freiheit“, die im Hafen von Miami auf den „Tag X“ wartet, ist nichts weiter als ein Hirngespinst. Die meisten Exil-Kubaner in den USA leben bereits in der zweiten Generation. Sie genießen Wohlstand und die Wenigsten denken daher an eine Rückkehr. Wer es nicht glaubt, der sollte nur einmal eine Umfrage unter den in Europa lebenden Kubaner starten. Das Ergebnis wird viele überraschen. Auch die über viele Jahre in Europa lebenden Kubaner haben sich ihr Leben eingerichtet und nur Vereinzelte denken an eine ständige Rückkehr auf die Insel.

Auf der anderen Seite wird diese geringe Zahl zurückkehrender Exilkubaner es im Zusammenleben mit der kubanischen Bevölkerung nicht leicht haben. In Kuba sind zwei Generationen geboren, die nur ein Leben unter einem totalitären System kennen. Man darf diesen Fakt nicht unterschätzen. Sie werden sich nicht von den Neuankömmlingen „die Butter vom Brot nehmen lassen“. Es ist davon auszugehen, dass die Kubaner auf der Insel nur sich selbst in erster Linie das Recht einräumen beim Aufbau der neuen Staatsordnung die ausschlaggebenden Posten an den neuen Schalthebeln der Macht einzunehmen. Das könnte zu einem Zusammenstoß zweier Kulturen mit verschiedenen erfahrungsgeprägten Ausgangspunkten und Vorstellungen vom Entwicklungsverlauf auf Kuba führen. Konflikte sind daher schon vorprogrammiert. Kaum ein Europäer kann sich vorstellen, wie groß heute die Kluft zwischen beiden kubanischen Volksgruppen ist. Aus heutiger Sicht stellt das ein fast schon unlösbares Problem dar. Der heutigen Opposition steht in dieser Auseinandersetzung eine Vermittlerrolle zu. Durch ihre Kontakte zu den kubanischen Exilgemeinden sind sie bestens geeignet zwischen beiden Gruppen zu vermitteln, um Lösungen in diesem schwierigen Konflikt zu suchen. Eine Stärkung der Opposition ist daher nicht nur Pflicht sondern auch ein Beitrag und eine unumgängliche Voraussetzung zum friedlichen Verlauf der Wende.

Eine weitere Herausforderung für die zukünftige demokratische Regierung Kubas wird die Aufrechterhaltung gutnachbarschaftlicher Beziehungen zu den USA werden. Die Nähe zum mächtigsten Land der Erde stellt für die Kubaner ein Problem aber Gleichzeitig eine Chance dar.

Es ist vorauszusehen, dass nach dem Beginn des Demokratisierungsprozesses der Zustrom von Exilkubaner nach Kuba geringer auffallen wird, als der - der Kubanern von der Insel in die USA. Es ist vorauszusehen, dass besonders die jungen Kubaner die neuen Freiheiten nutzen werden, um das Land in Richtung USA zu verlassen. Man muss daher mit Spannungen zwischen der zukünftigen demokratischen Regierung Kubas und Washington wegen eines eventuellen Auswanderungsstromes rechnen. Die Erinnerungen an den Massenexodus im Jahre 1980 sind immer noch frisch. Die kubanischen Behörden werden große Anstrengungen unternehmen müssen, um diesem Massenexodus, besonders unter der jubanischen Jugend  vor zu beugen. Das beste Mittel dagegen ist eine spürbare Erhöhung des Lebensniveaus der Bevölkerung nach der Wende. Jeder Einzelne auf der Insel sollte das Gefühl haben, mit Einsatz ist ein lebenswertes Dasein auf Kuba möglich.

Auf der anderen Seite ist die USA willens Kuba bei einer erfolgreichen Wende zu unterstützen. Die Nähe zu den USA stellt für die demokratische Entwicklung auf Kuba einen wesentlichen Vorteil dar. Die Tatsache, dass auch die USA in erster Linie –wegen der geographischen Lage Kubas- an einem Verbleiben der Kubaner auf der Insel interessiert sind, spricht für ein amerikanisches Engagement in der wirtschaftlichen Entwicklung Kubas unter einer demokratischen Regierung. ile verschaffen. Eine Anpassung der kubanischen Strukturen an die Bedürfnisse der Freihandelszone mit Nordamerika muss die Hauptaufgabe der zukünftigen Regierung Kubas werden. Europa und die EU liegen weit weg und die Insel braucht dringend Hilfe, um so schnell wie möglich die Wirtschaft wieder im Gange zu bringen. Die gegenwärtigen maroden wirtschaftlichen Strukturen bieten keine guten Chancen dafür. Man muss von Null anfangen. Gerade  darin liegt die große Chance für Kuba, denn beim Wiederaufbau könnte man die neuen Wirtschaftstrukturen so gestalten, dass sie an die Bedürfnisse des nordamerikanischen Marktes angepasst werden. Das zukünftige Kuba soll nicht gegen die Strömung, sondern mit der Strömung in der heutigen globalisierten Welt schwimmen lernen.  

Die Aufgaben sind gewaltig. Es wird sich zeigen, ob die Kubaner in der Lage und bereit sind, ihr Schicksal mit Vernunft in ihre eigenen Hände nehmen zu können. Man darf  ihnen aber auch dieses Recht nicht absprechen.

Was kann das ferne Europa für die kleine Insel tun? Was erwarten die kubanischen Demokraten und die reformwilligen Kräfte Kubas von ihren europäischen Partnern?

Zunächst ist es wichtig den Willen der Kubaner zu respektieren. Zum Glück ist die vorherrschende Meinung in Europa, dass die Inselbewohner diejenigen sind, die über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden haben. Es gibt jedoch Dinge, mit denen die Europäer den kubanischen Wendeprozess unterstützen könnten.

Da ist die Frage der veruntreuten Gelder, die von den jetzigen Machthabern und ihren Angehörigen augenblicklich verstärkt nach Europa geschmuggelt und gewinnbringend angelegt werden. Der kubanische Staat ist rechtsmäßiger Eigentümer dieser Gelder.

Die Europäer und vor allem die Deutschen haben noch den Skandal um Schalk Golodkowski und die Briefkastenfirmen – kurz vor der Auflösung der ehemaligen DDR- in Erinnerung. In ähnlicher Weise schickt die jetzige Machtriege in Havanna ihre Kinder nach Europa, um dort neue Firmenimperien zu gründen. Die dafür verwendeten Gelder sind Eigentum des kubanischen Volkes. Es handelt sich um Mittel, die die zukünftige demokratische Regierung für den Aufbau benötigt. Die Europäer könnten den kubanischen Demokraten helfen, in dem sie diese Machenschaften aufmerksam verfolgen und zu gegebener Zeit die veruntreute Mittel sicherstellen.

Das europäische Parlament könnte auf diese Verdachtsituation eingehen und klärende Untersuchung  dazu einleiten. Es gibt schon ein praktikables Beispiel aus der näheren Vergangenheit Die europäischen Konten der weißrussischen Staatsführung wurden eingefroren. Außerdem hat die EU ein Einreiseverbot gegen die Helfershelfer des weißrussischen Machthabers Lukaschenko verhängt. Das kubanische Regime ist nicht weniger undemokratisch und Autoritär als die Regierung Lukaschenkos.

Oder gibt es salonfähige Diktaturen?

Europa kann die Wende in Kuba mit vielen Initiativen unterstützen. Es wäre vielleicht angebracht eine europaweite Diskussion zum Thema Kuba zu eröffnen. Kein Thema darf aus dieser Diskussion ausgeschlossen werden, auch nicht die so genannte Wirtscahftsblockade der USA.

Eine offene Agenda über die Zukunft Kubas ist unbedigt von Nöten. Die oben erwähnten Schwerpunkte bieten eine Grundlage zur Diskussion, was man tun könnte und vor allem wie man aus Europa die bereits begonnen Wende unterstützen könnte.

Niemand soll sich aus diesem Diskussionsforum ausgeschlossen fühlen.

Die „Gruppe der Freundschaft und der Solidarität mit dem kubanischen Volk“ des Europäischen Parlaments (Grupo de Amistad y Solidaridad con el Pueblo de Cuba) und weitere Gruppen, die sich mit dem Thema Kuba befassen, würden Gelegenheit haben ihre Standpunkte gezielter und umfassender unter einer neuen Perspektive darzulegen. Kernpunkt des Forums sollte:  die Unterstützung der Kubaner unter neuen Gesichtspunkten – die sich aus der veränderten Situation in Kuba ergeben – ohne Vorurteile sein. Der Beitrag der Europäer zur kubanischen Wende soll im Wesentlichen zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Kuba und der Europäischen Union sowie zwischen allen Kubanern und den Europäern beitragen.

Im Jahre 1989 – kurz vor dem Fall der Berliner Mauer – sagte Mijail Gorbachov dem damaligen DDR-Machthaber „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Die Kubaner erwarten die Beteiligung der Europäer beim Wiederaufbau. Aber die Grundlagen für diese Zusammenarbeit müssen jetzt gelegt werden. Die abwartende Haltung der europäischen Außenpolitik in der Sache Kubas ist keine Antwort auf die neuesten Entwicklungen auf der Insel und die Zeit drängt.

 
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Die Kubanisch-Amerikanische Nationale Stiftung ist eine Organisation einer Gruppe Exilkubaner, die sich für die Demokratie und die Wende in Kuba einsezt. Unter den Vorsitz von Jorge Mas Santos steuerte die CANF einen neuen realistischen Kurs zur tatkräftigen Unterstützung des Reformprozeß in Kuba.

 

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 Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.

 

 

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Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften wurde im Jahre 1949 gegründet. Mitglieder sind 241 Gewerkschaften aus 156 Ländern. Die ICFTU hat mehrmals auf die Lage in Kuba aufmerksam gemacht.  

 

payolibre_logo_50 Pablito oder "Payo" ist die beste Adresse im Internet um über die politischen Gefangenen in Kuba zu erfahren.

cuba_libre_digital Wer Spanisch kann und sich für Kuba und Lateinamerika interessiert, sollte dieses Portal besuchen. Der Chefredakteur, Jorge Fonseca, ist ein erfahrener kubanischer Journalist. Nachrichten über Kuba aus aller Welt, aber vorallem aus der Insel!.

 

 

flamurEin Frauenprojekt mit ökologischen und sozialen Hintergrund. FLAMUR Projekt "Con la Misma Moneda": In Kuba soll es nur ein einziges Zahlungsmittel geben. Gleiche Chancen=Gleiche Währung. Leider alles nur in Spanisch!

 

cubasindical-org Eine Übersicht über die Lage der unabhängigen Gewerkschaften in Kuba sowie die arbeitsrechtliche Situation der kubanischen Arbeiter. Sprache: Spanisch u. English 

 

CubaNuestraDigital  Die Webseite für versierte Leser, die nicht nur informiert werden wollen, sondern auch die Hintergründe über die Ereignisse in Kuba wissen wollen. Die Chefredaktion behauptet von sich, sie seien "die rebellischen Kinder der kubanischen Revolution". Sprachen: Spanisch, Englisch und Schwedisch.

 

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