Home arrow Home arrow IN KUBA SIND MEHR OPPOSITIONELLE ALS IN DER DDR VOR DEM FALL DER MAUER
Freitag, 12. März 2010
 

Audio Dateien

(Mini-MP3-Player v2 ©Ute Jacobi)

  Beitrag von Peter Schumann im Deutschland Radio,

"Schwarzer Frühling in Havana

gesendet im März 2007

"Play Sound"

 

Karikatur

castro1.jpg
Politische Häftlinge in Kuba
IN KUBA SIND MEHR OPPOSITIONELLE ALS IN DER DDR VOR DEM FALL DER MAUER Drucken E-Mail
Freitag, 20. Oktober 2006

Berliner Zeitung veröffentlichte am 09. 10. 2006 ein Interview mit dem kubanischen Dissidenten, Oswaldo Payá

Der Journalist der Berliner Zeitung, Hinnerk Berlekamp, interviewte den kubanischen Oppositionellen, Oswaldo Payá , „Sacharow-Preis Träger des Europäischen Parlaments“ und Initiator des „Varela Projekts“. Dabei handelt es sich um eine Petition für größere politische und wirtschaftliche Freiheit auf der Insel, die inzwischen mehr als 25 000 Bürger unterzeich-net haben. Der 54-jährige Dissident sieht Kuba heute in einer Situation ähnlich die der CSSR oder der DDR unmittelbar vor der Wende 1989.

Der „Sacharow  Preisträger“ ist nicht mit einer Nachfolge  Fidel Castros durch seinen Bruder einverstanden. Nach fast fünf Jahrzehnten mit Castro an der Macht hält er für angemessen, wenn endlich das Volk gehört wird. Das heißt nicht - das Volk mit Fahnen auf dem „Platz der Revolution“, sondern die Meinung des Volkes an den Wahlurnen. Was wollen die Kubaner? Sie wollen Freiheit, sie wollen Demokratie, sie wollen kostenlose Bildung und Gesundheit. Sie wollen keinen Sprung in den zügellosen Kapitalismus, aber sie wollen auch nicht im zügel-losen Kommunismus verharren – versicherte der Wortführer der „Movimiento Cristiano Liberación“

Nach Auffassung von Payá setzt sich die friedliche Opposition Kubas für eine unblutige Wende in Kuba ein. Das Schlüsselwort dafür: „Dialog“  – auch mit der Regierung. Aber die Opposition stößt momentan nur auf Arroganz und auf Repression. Oswaldo Payá glaubt nicht, dass das Regime nur ein monolithischer Block sei, sondern es gibt auch Gemäßigte. Nun ist es aber an der Zeit dass sie sich offenbaren.

In Kuba gibt es augenblicklich mehr Oppositionelle, als in der DDR vor dem Fall der Mauer –versicherte Payá. Er fügte hinzu: „Unter einem totalitären System sind die Dissidenten zahlenmäßig nur wenige, aber sie verkörpern die Interessen und die Wünsche all derer, die aus Angst und Verzweiflung schweigen“.

Die kubanische Opposition versteht sich weder als Avantgarde noch als Befreier. Sie wollen lediglich einen Prozess in Gang bringen, in dem das Volk demokratisch die Macht erlangen kann. Nicht über einen Führer oder eine Partei, denn wir haben genug Erfahrung, in welche Fallen eine Nation gerät, wenn sie ihre Souveränität einer einzelnen Person oder Partei anvertraut – versicherte Payá.

In seinen Augen, nimmt die gegenwärtige Regierung für sich die historische Legitimation einer Revolution in Anspruch, die vorrangig von den Massen getragen wurde. Auch andere vor Castro haben das Gleiche für sich beansprucht. Zum Beispiel Hitler - der von sich behauptete- das ganze Volk stände hinter ihm. Aber Freiheit gab es niemals unter ihm – sagte Oswaldo Payá.

Zur Frage über die Beschuldigungen der kubanischen Regierung - die Dissidenten seien alle nur Anhängsel der USA -  machte der oppositionelle Payá auf die Armut und die Verfolgung aufmerksam, mit der die Dissidenten leben müssen. Die Dissidenten sind auf die Unterstützung von Außen angewiesen, um ihre Familien ernähren zu können, denn die Meisten von ihnen haben ihre Arbeit längst verloren.

Payá ist der Auffassung, dass allein das kubanische Volk für den demokratischen Übergang verantwortlich sei. Aber auf der anderen Seite die kubanische Wende braucht den Druck von außerhalb auf die kubanische Regierung.

 

 
< zurück   weiter >
Meistgelesene Beiträge
Links zu Partnerseiten

fundacion


Die Kubanisch-Amerikanische Nationale Stiftung ist eine Organisation einer Gruppe Exilkubaner, die sich für die Demokratie und die Wende in Kuba einsezt. Unter den Vorsitz von Jorge Mas Santos steuerte die CANF einen neuen realistischen Kurs zur tatkräftigen Unterstützung des Reformprozeß in Kuba.

 

penclub

 Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.

 

 

icftu

Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften wurde im Jahre 1949 gegründet. Mitglieder sind 241 Gewerkschaften aus 156 Ländern. Die ICFTU hat mehrmals auf die Lage in Kuba aufmerksam gemacht.  

 

payolibre_logo_50 Pablito oder "Payo" ist die beste Adresse im Internet um über die politischen Gefangenen in Kuba zu erfahren.

cuba_libre_digital Wer Spanisch kann und sich für Kuba und Lateinamerika interessiert, sollte dieses Portal besuchen. Der Chefredakteur, Jorge Fonseca, ist ein erfahrener kubanischer Journalist. Nachrichten über Kuba aus aller Welt, aber vorallem aus der Insel!.

 

 

flamurEin Frauenprojekt mit ökologischen und sozialen Hintergrund. FLAMUR Projekt "Con la Misma Moneda": In Kuba soll es nur ein einziges Zahlungsmittel geben. Gleiche Chancen=Gleiche Währung. Leider alles nur in Spanisch!

 

cubasindical-org Eine Übersicht über die Lage der unabhängigen Gewerkschaften in Kuba sowie die arbeitsrechtliche Situation der kubanischen Arbeiter. Sprache: Spanisch u. English 

 

CubaNuestraDigital  Die Webseite für versierte Leser, die nicht nur informiert werden wollen, sondern auch die Hintergründe über die Ereignisse in Kuba wissen wollen. Die Chefredaktion behauptet von sich, sie seien "die rebellischen Kinder der kubanischen Revolution". Sprachen: Spanisch, Englisch und Schwedisch.

 

martha_asamblealogo1

Die "Versammlung zur Förderung der Zivilgesellschaft" gehört zu den aktivsten Gruppen der kubanischen Opposition. Ihr Wortführer ist Martha Beatríz Roque

 

 

logo_cuba-archive Ein Kompendium der Verbrechen, die in Kuba begangen wurden. Die Projektleiterin, María Werlau, schreibt für den "Sun" und den "Miami Herald". In englischer Sprache. 

cuba-europa_en_futuro

Das Portal der gleichnamige Initiative der sozialistischen Gruppe im Europäischen Parlament zur Unterstützung  der linksgerichteten Kräfte sowohl innerhalb als auch außerhalb Kubas. Vordergrundig werden Informationen über Arco Progresista veröffentlicht. 

 

 

mt_ignore

 

Das Portal der Initiativen "Varela " und "Todos Cubanos " der "Movimiento Cristiano Liberación"

 

 

Damas Das Internetportal der "Damen in Weiß". Einer der wichtigsten Bewegungen der Zivilgesellschaft

 

 

 

 

boris

Boris Luis Santa Coloma
Redakteur 

home contact search contact search