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Dienstag, 16. März 2010
 

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  Beitrag von Peter Schumann im Deutschland Radio,

"Schwarzer Frühling in Havana

gesendet im März 2007

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Karikatur

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Politische Häftlinge in Kuba
Brief eines politischen Gefangenen Drucken E-Mail
Mittwoch, 11. April 2007

moises

 

Der politische Gefangene Omar Moisés Ruíz Hernández wandte sich in einen Brief an den Vorsitzenden des kubanischen Parlaments, Ricardo Alacón, um auf die Bedingungen in den kubanischen Gefängnisse aufmerksam zu machen. Ruíz Hernández vergleicht seine Haftbedingungen mit denen der 5 kubanischen Agenten der kubanischen Staatssicherheit, die eine Gefängnisstrafe in den USA wegen Spionage einbüssen. Der Brief stellt nicht nur ein Bekenntnis dar, sondern ist zugleich Mahnung.

 

 

Abs:
Omar Moisés Ruíz Hernández
Provinzgefängnis Sancti Spíritus
Guayo
den 21. Januar. 2007

Empfänger:
Herr Ricardo Alarcón
Vorsitzende des kubanischen Parlaments
Havanna


Excellenz:

Ich wende mich an Sie als wichtigste Beführworter bei der Weltöffentlichkeit für die Freilassung unserer Fünf Landsleuten, die ein Gefängnisstrafe in den USA einsitzen. In Ihren öffentlichen Ausführungen bezeichnen Sie ständig die Bedingungen in den amerikanischen Gefängnisse als "Menschen unwürdig". Daraus resultierend nehme ich an, Sie haben nie einen kubanischen Gefängnis besichtigt. Sonst wären Sie etwas vorsichtig mit den verbalen Angriffe auf die Haftbedingungen in den USA denn "Wer ein Dach aus Glas hat, darf den Nachbarn keine Steine werfen".

Ich habe leider persönliche Erfahrungen pber das Leben in den kubanischen Gefängnisse gemacht. In den letzten vier Jahre war ich in Haftanstalten in den Provinzen Guantánamo, Ciego de Avila und jetzt Sancti Spiritus. Eins kann ich Ihnen versichern: Die Haftbedingungen der sogenanten "Miami Five" sind bei weiten besser als die katastrophalen Haftbedingungen in den kubanischen Gefängnisse.

Der berüchtigste "Loch" wo die 5 siebzehn Monate sassen - worüber Sie und andere Ranghohen Mitglieder der kubanischen Nomenklatura ein grosses Wirbel gemacht haben -  wäre so etwas wie ein fünf Sternen Hotel im Vergleich mit den Strafzellen der kubanischen Haftanstalten.

Vor einigen Tagen musste ich münzeln, als ich in der kubanischen Presse eine Beschreibung des berühmten "Loch" sah und eine Lagezeichnung von René González - einer der "Miami Five".

Auf dem Photo war eindeutig zu sehen, das "Loch" ist gefließt und hat ein WC. Das ist auf dem ersten Blick ein nicht irrelevanter Unterschied zu den kubanischen Gefängnisse. Aber als ich die Massen der Strafzelle in den USA sah, musste ich lachen. Das "Loch" ist 15 X 7 Fussen groß. Über das WC erkennt man eine Dusche, eine Abstellmöglichkeit und einen Stuhl. Bei uns im Gefängnisse solche Dinge wären ein Traum.

Das war ebenso lang wie die Zelle und 3 Fuß breit. Solche Bedingungen wären für uns undenkbar.

Ich war nur ein Paar Tage im kubanischen Pandent des amerikanischen "Loch" und kann mich glücklich schätzen, denn zwei andere politischen Gefangenen aus dem "Schwarzen Frühling mussten im "Loch" des Provinzgefängnis "Ciego de Avila" 6 Monate verbringen. Die Massen des kubanischen Lochs: 9 X 4 Fussen und das Bett 6 X 2.

Unser WC ist ein stinkiges Loch im Boden. Dort müssen wir uns duschen. Auf Grund der oben beschribenen Fakten ist doch eindeutig schlimmer als das "Loch" des Gefängniss der Miami Five.

Unter normalen Haftbedingungen in den kubanischen Gefängnisse müssen wir - politische Gefangenen - mit normalen Sträflinge zusammenleben. Unter ihnen sind Einige als hochgefährlich eingestuft. Ich muss sie ertragen. Ihr Verhalten hat nichts mit meinem Wertvorstellungen.

Meine Zelle ist 5.82 X 2.75 m groß. Hier wohnen insgesamt 12 Menschen. Es gibt weder Dusche noch WC. Wir schlafen in drei-stock-betten.

In unserem Pavillion gibt es insgesamt 12 Zellen alle mit den gleichen Bedingungen wie oben beschrieben. Manchmal ist es spät in der Nacht und der Lärm läss uns nicht in Ruhe schlafen.

In einer seiner Briefe Fernando - einer der Miami Five -  beklagt sich, dass er kein kubanischer Radiosender empfangen kann. Keiner der politischen Gefangenen in Kuba darf ein Radio haben.

Wenn wir einen Brief schicken dauert es einen Monat unterwegs. Die Briefe meiner Frau an mich kommen überhaupt nicht an, obwohl sie als Einschreiben abgegeben werden.

Bei den Miami Five habe ich icht den Eindruck, dass sie irgendwelche Schwierigkeiten beim Briefverkehr haben. Sie schreiben und empfangen problemlos Post aus der genzen Welt.

Nach dieser Vergleich steht die berechtigte Frage, wer tatsächlich unter "Menschen unwürdigen" Bedingungen lebt. Sie dürfen im Gegängnis Freunde und Simpathisanten empfangen. In Kuba ist sowas den politischen Gefangenen verwehrt.

Es gibt auch ein anderer Unterschied zwischen den Miami Five und wir. Sie haben spioniert für ein ausländisches Land. Unser Vergehen war lediglich die freie Meinungsäußerung, wie im Artikel 19 der Menscherechtserklärung der UNO steht. 

Und noch ein letzter Punkt. Im Artikel 8 der "Regel für die Behandlung von Gefangenen" - das Dokument das als Grundlage für die kubanische Regierung dient in ihren Vorwürfe gegen die USA wegen der Verletzung der Rechte der Miami Five, steht folgendes geschrieben:

"Die Gefangenen sind an Hand der Urteilsgründe, ihre Strafregister, Sex und Alter voeinendare zu trennen". Alle politischen Gefangenen in Kuba leben im Gefängniss zusammen mit normalen Sträflinge. Es ist ein Hohn, dass Kuba sich wegen der schlechter Behandlung der Miami Five beschwert.

Mit freundlichen Grüssen



Omar Moisés Ruiz Hernández

Häftling No. 2428906

Provinzgefängnis Sancti Spíritus

 
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