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Freitag, 30. Juli 2010
 

Audio Dateien

(Mini-MP3-Player v2 ©Ute Jacobi)

  Beitrag von Peter Schumann im Deutschland Radio,

"Schwarzer Frühling in Havana

gesendet im März 2007

"Play Sound"

 

Karikatur

castrochavez.jpg
Politische Häftlinge in Kuba
Dankesbrief der "Damen in Weiß" an "Kuba Demokratische Zukunft" Drucken E-Mail
Dienstag, 27. März 2007
Dankesbrief der Damen in Weiß an den Verein “Kuba-Demokratische Zukunft”


"ESTIMADO bORIS,NO SÉ COMO AGRADECERTE LO QUE HACES POR NUESTROS PRESOS Y POR  NUESTRA SUFRIDA PATRIA. MUCHAS GRACIAS.
LAURA"

Übersetzung:


„Lieber Boris,

durch dieses Schreiben möchte ich unseren Dank Eurem Einsatz für unsere Gefangenen und für unser leidendes Vaterland aussprechen.

Noch mal vielen Dank

Laura Pollán“

Sprecherin
Damen in Weiß

DLF – Eine Welt – 24.3.2007
Der Schwarze Frühling – 4 Jahre danach

Von Peter B. Schumann

(Die Originalaufnahme finden Sie links unten bei den Audio Dateien im MP3 Format)

...Damen in weiß nennen sie sich und ziehen weiß gekleidet jeden Sonntag durch die Straßen von Havanna. Es sind Frauen und Töchter jener 75 Männer, die vor vier Jahren in einer Verfolgungswelle ohne gleichen verhaftet wurden...

Take 1                     Atmo Marsch (B 000)

Autor:                      Damen in weiß nennen sie sich und ziehen weiß gekleidet jeden Sonntag durch die Straßen von Havanna. Es sind Frauen und Töchter jener 75 Männer, die vor vier Jahren in einer Verfolgungswelle ohne gleichen verhaftet wurden. Zwei Wochen später hatten sie Schnellgerichte zu maßlosen Strafen zwischen 8 und 28 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihr Delikt in der offiziellen Version: „subversive Aktivitäten gegen die Unabhängigkeit und territoriale Integrität Cubas zugunsten der USA“. Doch eigentlich vertraten sie nur eine andere Meinung als das Regime. Ausblenden (35“)

                                 Ihr Vorbild sind die argentinischen Mütter von Plaza de Mayo, die während der Militärdiktatur und noch Jahre danach jeden Donnerstag für ihre verschwundenen, meist ermordeten Familienangehörigen demonstrierten. Und ähnlich wie damals die Madres finden sich die Damas en blanco heute regelmäßig zu einem Fußmarsch zusammen, um diesen brutalen Schlag gegen die Opposition im Bewusstsein der Cubaner wach zu halten.

Take 2                     Statement (A 021)

                                 „Wir werden so lange weitermarschieren“ – sagt eine von ihnen – „und für die Freiheit unserer politischen Häftlinge kämpfen, bis sie wieder bei uns zu Hause sind. Wir werden nicht ruhen, bis sie alle wieder frei sind. Freiheit für die politischen Gefangenen!“ Aufblenden (20“)

                                 Vier Tage lang haben sie diese Woche demonstriert, die Damen in weiß, in Erinnerung an den Schwarzen Frühling vor vier Jahren. Sie haben in einer bisher einzigartigen Manifestation zivilen Widerstands gebetet und gefastet. Danach hat jede von ihnen eine Zeitlang in einer Zelle verbracht, die sie aus Solidarität mit ihren Männern in einer Wohnung aufgebaut hatten. Auch trugen sie auf ihrer weißen Kleidung diesmal graue Streifen: ein Verweis auf die Gitterstäbe, hinter denen ihre Angehörigen leben müssen.

Take 3                     Statement  (A 070)

                                 „Wir zogen durch die Infanta-Strasse, Richtung La Rampa“ – schildert eine der Frauen den Fußmarsch vom letzten Montag. „Die Menschen, die gerade ihre Arbeitsstätten verließen, begegneten uns freundlich, ohne jede Aggression… Einige Leute beglückwünschten uns sogar. Niemand sagte etwas Bösartiges zu uns. Manchmal haben wir ‚Freiheit für die politischen Gefangen’ gerufen, denn Plakate dürfen wir nicht mit uns führen.“ Aufblenden (30“)

                                 Von der Gruppe der 75 ursprünglich Verhafteten sitzen noch immer 59 im Gefängnis. Lediglich 16 von ihnen wurden aus gesundheitlichen Gründen, aber nur „bedingt“ – wie es heißt – freigelassen. Einer ist inzwischen verstorben, nachdem er während der Haft dreimal operiert werden musste. Nur 4 der Entlassenen durften ausreisen. Zu ihnen gehört der Begründer der unabhängigen Presse in Cuba, der Poet Raúl Rivero. Er wurde zu 25 Jahren verurteilt und sofort in eine Strafzelle gesperrt, in der Gefangene aus disziplinarischen Gründen höchstens 3 Wochen zubringen dürfen.

Take 4                     Rivero (T 32)

                                 Eine Strafzelle“ – so hat er später berichtet –„ist nicht größer als ein normales Badezimmer. Es gab eine Zinkplatte mit einer Matratze als Bett, ein Loch im Boden als Toilette, ein Rohr, aus dem Wasser floss, wenn sie es anstellten: 2 mal am Tag für 15 Minuten. Und das bei der unerträglichen Hitze im cubanischen Sommer. Und dann unzählige Mücken, jede Art von Insekten, Frösche, Ratten, kleine Schlangen und Grillen, die einen nicht schlafen ließen – dort verbrachte ich ein ganzes Jahr.“ Aufblenden (35“)

                                 Danach kam der Prominenteste der 75 Häftlinge in den ‚normalen Vollzug’: zu zwei Mördern in eine Zelle. Und ganz ähnlich geht es jedem Cubaner, dessen friedlicher Widerstand von seiner Regierung als Subversion eingestuft wird.

Take 4                     Rivero (T 35)

                                 Die Haftbedingungen sind äußerst schwer für die insgesamt 400 politischen Gefangenen. Die wirtschaftliche Situation ihrer Familien ist furchtbar. Oft haben die Ehefrauen am Monatsende kein Geld mehr, um das Essen zu bezahlen, dass ihre Männer in den Gefängnissen dringend benötigen. Denn dort ist die Versorgung infam: ein Häftling erhält in Cuba das Letzte vom Letzten, was sich für die Gefängniswärter nicht mehr zu stehlen lohnt.“ Aufblenden (30“)

                                 Deshalb sind die meisten Gefangenen krank, werden medizinisch schlecht versorgt und oft erst im letzten Moment entlassen, wenn Gefahr für ihr Leben droht. Die Solidarität ihrer Angehörigen ist für sie essentiell wichtig: die Besuche, die sie oft nur alle zwei oder drei Monate einmal erhalten dürfen, genauso wie die sonntäglichen Manifestationen ihrer Frauen, Schwestern und Töchter: dieser Damen in weiß. Ihr friedlicher Widerstand wurde 2005 vom Europäischen Parlament mit dem Sacharow-Preis für Menschenrechte gewürdigt. Dennoch müssen sie in den Straßen von Havanna mit Repression rechnen.

Take 5                     Statement (041)

                                 „Es war eine gewalttätige Meute des Castro-Regime, die uns bedrohte, darunter viele Frauen. Sie schrien kommunistische Parolen, beleidigten und bedrohten uns und rempelten einige von uns provozierend an. Ich konnte an ihrem Verhalten deutlich erkennen, dass die Staatssicherheit diese Gruppe von Leuten geschickt hatte.“ Aufblenden (25“)

                                 Aber zu schlimmeren Angriffen – physischen Attacken und stundenlangem Geschrei des organisierten Mob vor ihren Wohnungen – kam es hier nicht. Das Regime befürchtet wohl, dass sich die Bevölkerung schützend vor die friedlich demonstrierenden Frauen stellen könnte. Keine von ihnen hat Hoffnung, dass ihren Angehörigen bald freigelassen werden. Viele dachten, dass sich nach dem Rückzug Fidel Castros von der Macht einiges verändern würde. Aber die Erwartungen wurden enttäuscht.

Take 6                     Statement (A 315)

                                 „Ich glaube, das ist ein sehr gefährlicher Moment“ – sagt eine Sprecherin der Frauen. „Sie scheinen eine Offensive gegen die Opposition vorzubereiten, um das Volk einzuschüchtern wie vor vier Jahren, 2003. Doch die Cubaner sind sich der Situation wohl bewusst und wollen, dass die Krise im Land endlich aufhört, unter der sie sehr leiden.“ Aufblenden (20“)

                                 Der Schlag gegen die 75 Journalisten, Wissenschaftler, Bibliothekare und Menschenrechtsaktivisten vor vier Jahren – die Massenverhaftungen und drakonischen Strafen – konnten die Opposition nicht beseitigen. Ihr Widerstandsgeist ist gestärkt, viele haben die Angst vor Repressionen verloren.

Take 7                     Atmo Marsch wie T 1

                                 Und deshalb werden die Damen in weiß auch am morgigen Sonntag zur Messe in der Santa-Rita-Kirche von Miramar gehen und danach friedlich über die 5. Avenida des Diplomaten-Viertels wandern – als ständige Mahnung an den Schwarzen Frühling 2003. Ausblenden

ENDE

 
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Die Kubanisch-Amerikanische Nationale Stiftung ist eine Organisation einer Gruppe Exilkubaner, die sich für die Demokratie und die Wende in Kuba einsezt. Unter den Vorsitz von Jorge Mas Santos steuerte die CANF einen neuen realistischen Kurs zur tatkräftigen Unterstützung des Reformprozeß in Kuba.

 

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 Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.

 

 

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Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften wurde im Jahre 1949 gegründet. Mitglieder sind 241 Gewerkschaften aus 156 Ländern. Die ICFTU hat mehrmals auf die Lage in Kuba aufmerksam gemacht.  

 

payolibre_logo_50 Pablito oder "Payo" ist die beste Adresse im Internet um über die politischen Gefangenen in Kuba zu erfahren.

cuba_libre_digital Wer Spanisch kann und sich für Kuba und Lateinamerika interessiert, sollte dieses Portal besuchen. Der Chefredakteur, Jorge Fonseca, ist ein erfahrener kubanischer Journalist. Nachrichten über Kuba aus aller Welt, aber vorallem aus der Insel!.

 

 

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Die "Versammlung zur Förderung der Zivilgesellschaft" gehört zu den aktivsten Gruppen der kubanischen Opposition. Ihr Wortführer ist Martha Beatríz Roque

 

 

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Boris Luis Santa Coloma
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