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Freitag, 12. März 2010
 

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  Beitrag von Peter Schumann im Deutschland Radio,

"Schwarzer Frühling in Havana

gesendet im März 2007

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Karikatur

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Politische Häftlinge in Kuba
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Samstag, 24. März 2007

Der lange Weg zum Dialog

 Autor: Boris Luis Santa Coloma

borisUnter der Schirmherrschaft des in Berlin ansässigen spanischen Instituto Cervantes fand am 22. März 2007 eine ungewöhnliche  öffentliche Diskussionsveranstaltung statt. Zu den geladenen Podiumsgästen zählten, die kubanischen Schriftsteller Miguel Barnet und Eliseo Alberto, der Filmemacher Fernando Pérez sowie der ehemalige deutsche Botschafter in Havanna, Dr. Bernd Wulffen.

Barnet ist Mitglied des kubanischen Parlaments und Verfechter der kubanischen Regierung. Alberto und Pérez dagegen leben im Ausland und nehmen eine kritische Haltung zu einigen Aspekten des kubanischen Systems ein.

Dieser Abend im Instituto Cervantes versprach, interessant zu werden und der Konferenzraum war bereits vor Beginn der Veranstaltung überfüllt.

Die Diskussion fand zum Thema „Kuba und die Zukunft Lateinamerikas“ statt und die Erwartungen des anwesenden Publikums waren groß.

Viele Zuhörer interessierten sich besonders für die Meinungen der Podiumsteilnehmer zur zukünftigen Rolle Kubas in der wechselnden politischen Landschaft Lateinamerikas, die bevorstehenden Herausforderungen und die Einbindung Kubas in die Wirtschaften des amerikanischen Raumes – einschließlich der US-Wirtschaft.

 

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Photo:
Der Leiter des Instituto Cervantes Berlin, José Ignacio Olmos Serrano, spricht zum Publikum. Am Tisch v.r.n.l der Filmemacher Fernando Pérez, der Schriftsteller Eliseo Alberto, der Moderator Prof. Dr. Günther Maihold, der Schriftsteller Miguel Barnet und der Botschafter a. d. Dr. Bernd Wulffen

 

Aber diese Erwartungen blieben unerfüllt, denn mit Ausnahme des ehemaligen deutschen Botschafters in Havanna, Herrn Dr. Wulffen, machten alle anderen Protagonisten in der Diskussion hauptsächlich Ausführungen über ihre persönlichen Erfahrungen unterschiedlichster Art im Zusammenhang mit Kuba. Der einführende Hinweis des Moderators, Prof. Günther Maihold (Iberoamerikanisches Institut Berlin) an die Teilnehmer der Podiumsdiskussion möglichst keine persönlichen Erlebnisse sondern eher objektive Einschätzungen, die einen besseren Zugang zur Realität Kubas in ihrer Vielfalt erlauben einzubringen, wurde von den Protagonisten des Treffens kaum beachtet. 

Es hätte ein interessanter, informativer und aufklärender Dialog – sowohl für die Sympathisanten als auch für die Kritiker des kubanischen Regimes im Publikum - werden können. Leider ging es in der Diskussion entweder um - für viele Zuhörer – schon bekannte oder irrelevante Themen wie beispielsweise, die offizielle Politik Kubas zur Vergabe von Einreisegenehmigungen für im Ausland lebende Künstler, die Erinnerung an Ereignisse vor mehr als 40 Jahren – wie die Alphabetisierungskampagne oder die Thesen des Schriftstellers Barnet über die Schuld des US-amerikanischen Wirtschaftsembargos an der Misere des kubanischen Volkes.

Leider haben die Diskussionsteilnehmer somit eine große Chance verpasst, durch einer sachliche und zukunftsorientierten Debatte vielleicht interessante Ideen und Anregungen für den unumgänglichen nationalen Dialog zwischen Inselkubanern und Exilkubanern über die zukünftige Rolle der Insel zu entwickeln und den Zuhörern als wichtige Erkenntnisse über Kuba zu vermitteln.

Die Initiative der Veranstalter des Instituto Cervantes - Kubaner mit unterschiedlichen politischen Anschauungen miteinander ins Gespräch zu bringen, ist sehr lobenswert.

Jede Möglichkeit, über die Zukunft Kubas zu diskutieren, solle genutzt werden, denn dies dient dazu,  das Interesse und das Verständnis für die augenblickliche Lage auf der Insel in der Weltöffentlichkeit zu fördern.

Kuba befindet sich seit der Nachricht von der schwerwiegenden Erkrankung Fidel Castros in einem regierungspolitischen Umbruchprozess, der zum Auslöser der kubanischen Wende geworden ist.

Im Interesse des kubanischen Wendeprozesses sollten alle Möglichkeiten gerade des innerkubanischen Dialogs dazu genutzt werden, um die Voraussetzungen für die unvermeidlichen Reformen auf unblutigem Wege zu schaffen.

Die Initiative des Instituto Cervantes zielte in diese Richtung und sollte als ein hoffnungsvolles Signal verstanden werden. Das war ganz gewiss die Absicht des Hauses.

Aber der Teufel steckt gerade im Detail. Wichtige Fragen zu Menschenrechten, wie die des Schicksals der 300 politischen Gefangenen auf Kuba blieben bis auf den konkreten Verweis durch Herrn Dr. Wullfen leider weitgehend unerwähnt.

Die Kritiker des kubanischen Regimes im Publikum empfanden dies als einen Affront gerade im Hinblick auf den 4. Jahrestag der unrechmäßigen Verurteilung  von 75 Menschenrechtlern in Kuba.

Ihre Enttäuschung wurde noch größer, als dann auch die übliche Fragerunde ausblieb.

Viele Zuhörer vermuteten eine mögliche Absprache zwischen dem Veranstalter und den Podiumsteilnehmern, um unbequeme Fragen gerade an den Schriftsteller, Miguel Barnet, zu vermeiden. Vermutlich stand dahinter die Absicht des Gastgebers, den Gast nicht öffentlich zu brüskieren.

Bei Herrn Barnet handelt es sich um ein Mitglied des kubanischen Parlaments, der von sich selbst behauptet, ein Fürsprecher der offiziellen Politik des Inselstaates zu sein. Als solcher ist er begrenzt kritik– und dialogfähig. Ansonsten hätte er auch keine Genehmigung von den kubanischen Behörden zur Teilnahme an einer solchen Veranstaltung erhalten.

Die Vielzahl der Teilnehmer an diesem Treffen zeigte wieder einmal das ständig zunehmende Interesse in der deutschen Öffentlichkeit an der Entwicklung auf Kuba. Unter den Zuhörern befanden sich auch langjährige Menschenrechtsaktivisten, wie der Kubaner Jorge Luis García Vázquez, der seine Enttäuschung über die fehlende Diskussionsmöglichkeit über die Lage der politischen Gefangenen auf Kuba in scharfen, emotional geladenen Zwischenrufen am Ende der Veranstaltung zum Ausdruck brachte. Er wollte durch sein drastisches Verhalten noch einmal eindringlich alle Anwesenden an die  politischen Gefangenen auf der Insel erinnern.

Die Opposition auf der Insel – egal welcher politischer Couleur – betrachtet die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen als Grundvoraussetzung für jeden Dialog mit der kubanischen Regierung.

Jede Aktivität in Europa, die darauf gerichtet ist - Kubaner mit konträren politischen Vorstellungen ins Gespräch zu bringen, sollte im Voraus diese menschenrechtliche Grundvoraussetzung für demokratische Verhältnisse auf Kuba berücksichtigen.

Solange die Vertreter des kubanischen Regimes nicht bereit sind, ohne Einschränkungen die wahren Verhältnisse auf Kuba anzuerkennen und offen darüber zu sprechen, schadet der Ausschluss von Themen nur der Streitkultur und unterminiert den Dialog als Weg zur Lösung von Konflikten.

Die Kubaner brauchen eine offene und zukunftsorientierte Diskussion über ihre Probleme, und gerade die Europäer können dabei helfen. Für Veranstalter von Podiumsdiskussionen ist es daher sehr kompliziert und erfordert bei der Auswahl der Themen ein großes Fingerspitzengefühl, um nicht durch das Ausklammern von Grundsatzfragen - die unter großen persönlichen Opfern unternommenen Bemühungen und Aktivitäten der noch jungen Opposition in den Augen der Weltöffentlichkeit herabzuwürdigen. Was wiederum als ein Zugeständnis an die kubanische Politik verstanden werden kann.

Gerade zum 50. Jahrestag der Europäischen Union sollten allen Europäern die Menschenrechtsfragen besonders am Herzen liegen, auch die Menschenrechtssituation in Kuba.

Die Veranstalter der Podiumsdiskussion sowie all jene, die sich für einen offenen Kuba-Dialog einsetzen, verdienen unseren Dank und unsere Anerkennung.

Wir bitten Sie, diese Anmerkungen nicht als Kritik, sondern als Anregung für künftige Begegnungen zum Thema „Kuba“ zu verstehen.

Vielleicht lässt sich das Anliegen derartiger Veranstaltungen zu „Kuba und Lateinamerikas“ mit veränderter Themenstellung besser verwirklichen.

Eines der größten Probleme und Hindernisse der Kubaner bei der Entscheidung über ihre eigene Zukunft ist der staatlich organisierte Informationsmangel. Es gibt in Kuba lediglich Informationen, die von den staatlich kontrollierten und zugelassenen Medien verbreitet werden.

Die Menschen auf der Insel sind durch die Informationsblockade der kubanischen Regierung gegen ihre eigene Bevölkerung von den Informationen abgeschnitten, die dem Regime nicht genehm sind. In Kuba ist es nur möglich, das staatliche kubanische Fernsehen und die staatlichen zugelassenen Rundfunksender zu empfangen. Weiterhin sind nur staatlich zensierte Zeitungen, Zeitschriften und Bücher zugelassen. 

Menschen, die in Kuba ausländische Fernsehsendungen empfangen, werden hart bestraft.

Die durch die kubanische Regierung verhängte Informationsblockade ist mit Bespitzelung und Denunziantentum von Bekannten, Freunden und Verwandten verbunden und dies in noch schlimmerem Ausmaß, als in der ehemaligen DDR, als es darum ging den Empfang von Westsendern zu verhindern.

Die kubanischen Machthaber beanspruchen für sich das Informationsmonopol auf der Insel. Die Leute können zwar lesen und schreiben, haben aber ein völlig verzerrtes behördlich verordnetes  Bild über die Realität in ihrem Lande und erst recht von den Geschehnissen weltweit.

Wenn man also einen Dialog unter den Kubanern befürwortet, sollte man damit beginnen, ihnen die entsprechenden Möglichkeiten  einzuräumen, sich selbstständig und umfassend über ihre eigene Lebenssituation, ihre Rechte und die objektiven Veränderungen weltweit informieren zu können.

In dieser Hinsicht gibt es einen sehr großen Nachholbedarf auf Kuba und die Europäer könnten mit eigenen intelligenten Projekten einen Beitrag in diese Richtung leisten.

Vielleicht lassen sich ja in nächster Zukunft Konferenzen zu diesem Thema organisieren.

Erst wenn die Menschen in Kuba wissen, was in ihrem Umfeld passiert und auf welche Rechte sie sich berufen können, werden sie in der Lage sein, selbst zu entscheiden, welches der richtige Weg für ihre Zukunft ist. Das würde auch den Dialog wesentlich erleichtern.

 

ENDE

 
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Die Kubanisch-Amerikanische Nationale Stiftung ist eine Organisation einer Gruppe Exilkubaner, die sich für die Demokratie und die Wende in Kuba einsezt. Unter den Vorsitz von Jorge Mas Santos steuerte die CANF einen neuen realistischen Kurs zur tatkräftigen Unterstützung des Reformprozeß in Kuba.

 

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 Das Writers-in-Prison-Committee wurde 1960 gegründet, als Reaktion auf die bedrohlich wachsende Zahl der Länder, die versuchen, Schriftsteller durch Repressionen mundtot zu machen. Auch verfolgter Verleger, Redakteure und Journalisten nimmt sich das Committee inzwischen an.

 

 

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Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften wurde im Jahre 1949 gegründet. Mitglieder sind 241 Gewerkschaften aus 156 Ländern. Die ICFTU hat mehrmals auf die Lage in Kuba aufmerksam gemacht.  

 

payolibre_logo_50 Pablito oder "Payo" ist die beste Adresse im Internet um über die politischen Gefangenen in Kuba zu erfahren.

cuba_libre_digital Wer Spanisch kann und sich für Kuba und Lateinamerika interessiert, sollte dieses Portal besuchen. Der Chefredakteur, Jorge Fonseca, ist ein erfahrener kubanischer Journalist. Nachrichten über Kuba aus aller Welt, aber vorallem aus der Insel!.

 

 

flamurEin Frauenprojekt mit ökologischen und sozialen Hintergrund. FLAMUR Projekt "Con la Misma Moneda": In Kuba soll es nur ein einziges Zahlungsmittel geben. Gleiche Chancen=Gleiche Währung. Leider alles nur in Spanisch!

 

cubasindical-org Eine Übersicht über die Lage der unabhängigen Gewerkschaften in Kuba sowie die arbeitsrechtliche Situation der kubanischen Arbeiter. Sprache: Spanisch u. English 

 

CubaNuestraDigital  Die Webseite für versierte Leser, die nicht nur informiert werden wollen, sondern auch die Hintergründe über die Ereignisse in Kuba wissen wollen. Die Chefredaktion behauptet von sich, sie seien "die rebellischen Kinder der kubanischen Revolution". Sprachen: Spanisch, Englisch und Schwedisch.

 

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Die "Versammlung zur Förderung der Zivilgesellschaft" gehört zu den aktivsten Gruppen der kubanischen Opposition. Ihr Wortführer ist Martha Beatríz Roque

 

 

logo_cuba-archive Ein Kompendium der Verbrechen, die in Kuba begangen wurden. Die Projektleiterin, María Werlau, schreibt für den "Sun" und den "Miami Herald". In englischer Sprache. 

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Das Portal der gleichnamige Initiative der sozialistischen Gruppe im Europäischen Parlament zur Unterstützung  der linksgerichteten Kräfte sowohl innerhalb als auch außerhalb Kubas. Vordergrundig werden Informationen über Arco Progresista veröffentlicht. 

 

 

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Das Portal der Initiativen "Varela " und "Todos Cubanos " der "Movimiento Cristiano Liberación"

 

 

Damas Das Internetportal der "Damen in Weiß". Einer der wichtigsten Bewegungen der Zivilgesellschaft

 

 

 

 

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Boris Luis Santa Coloma
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