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Einige Standpunkte zur Regierung
Raul Castros
Autor: Dr. Darsi Ferrer Ramírez.
Das Verschwinden von Fidel Castro
aus der politischen Szene hat große Erwartungen geweckt. Auf der Tagesordnung
steht die Zukunft Kubas. Der herausragende Oppositionelle, Darsi Ferrer , schreibt
über die am Häufigsten auftretenden Meinungen zur gegenwärtigen Lage in Kuba.
Zugleich kritisiert er die Wortführer der Opposition wegen ihrer abwartenden
Haltung. Dieser Brief ist Mahnung und zugleich ein Aufruf an die Opposition
jetzt zu handeln.
Augenblicklich werden unter den
Kuba-Experten zahlreiche Alternativen bezüglich der kurzfristigen Zukunft Kubas
geäußert. Die Meisten ihrer Voraussagen sprechen Raúl Castro die Fähigkeit zu,
Reformen im chinesischen Styl einzuleiten. Andere Stimmen glauben, der Tod
Fidel Castros führe das Ende der Stabilität und der Gehorsamkeit des Volkes
herbei. Einige behaupten sogar, die Erkrankung Castros hat hinter den Kulissen
einen Machtkampf innerhalb der Nomenklatura entfacht.
Es gibt ebenfalls Experten, die
den USA und der Europäischen Union eine Rolle bei einem möglichen Zusammenbruch
der Tyrannei zu sprechen.
Inmitten aller Wahrsagungen versuchen
die Vertreter des Regimes der Welt glaubhaft zu machen, dass Castro sich auf
dem Wege der Besserung befindet und somit die Kontinuität des politischen
Systems gewährleistet ist.
Man kann nicht von der Hand
weisen, dass die eine oder die andere Möglichkeit tatsächlich eintritt. Jedoch sind
sie nicht die einzigen Alternativen.
Das Schicksal Castros beeinflusst
die Lage in Kuba, aber die entscheidenden Faktoren liegen anderswo.
Meines Erachtens ist entscheidend,
dass Fidel Castro aus der Politik ausgeschieden ist. Seine körperliche und
geistige Unfähigkeit machen seine Rückkehr unmöglich.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist
die Frage, ob Raul Castros die Fähigkeit besitzt, den für das Land dringend
benötigten Reformprozess einzuleiten. Nicht ganz irrelevant ist weiterhin die
Frage, ob er tatsächlich sieht, dass Reformen erforderlich sind.
Bislang erfolgte die Nachfolge
Fidel Castros reibungslos. Im Innland wird sie akzeptiert und im Ausland
legitimiert.
Aber man darf dabei eines nicht
übersehen: Die Machthaber sind weder Willens noch interessiert dem Volk
Freiheit zu schenken.
Für mich ist die entscheidende Frage
nicht - die Reaktion auf das von Castro hinterlassene Machtvakuum- sondern die Reaktion der Dissidenten auf die
neue Situation.
Ich glaube, dass der von der
Opposition angestrebte Dialog mit der Regierung erst stattfinden wird, wenn sich
die Tyrannei durch den inneren Druck ernsthaft bedroht fühlt.
Es ist illusorisch, auf Lösungen
aus dem Ausland oder gutmütigen Gesten der kubanischen Regierung zu warten. Eine
solche Haltung spricht dem Volk das eigene Potential ab.
Wir stehen vor einem Scheideweg:
Entweder nehmen wir eine aktive Rolle ein oder wir warten ab, bis die Nachfolge
sich endgültig vollzogen hat.
Ich darf erinnern an die brisanten
Ereignisse in den Jahren 1989 und 1994. Damals zog man vor, auf eine spontane
Reaktion des Volkes zu warten.
Das Volk befindet sich in einer
hoffnungslosen Lage. Es hat aber nicht die Mittel, um seinen Willen
durchzusetzen.
Die Wortführer der Opposition
sollten die zivile Ungehorsamkeit als Kampfmethode annehmen. Das halte ich für
das geeignete Druckmittel gegen das Regime, um eine Öffnung herbeizuführen.
Die Exilkubaner könnten auch eine
große Rolle dabei spielen und die erforderlichen Mittel für Zivilaktionen innerhalb
Kubas zur Verfügung stellen.
ENDE
Quelle: El Payo Libre
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