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Ein Archiv über Mord und Folter auf Kuba während der letzten
50 Jahre könnte das Ansehen des kubanischen Machthabers schädigen, gerade jetzt
wo es dem anscheint nach seine letzte Stunde näher rückt.
Auto: Boris Luis Santa Coloma
Die Verbrechen des kubanischen Regimes während der letzten
50. Jahre sind ein heikles Thema. Viele wollen es darüber nicht wissen, andere
hätten es lieber vergessen. Zwei Exilkubaner aus den USA wollen die
Weltöffentlichkeit auf diesem dunklen Kapitel der kubanischen Geschichte
aufmerksam machen. Nach einer minuziösen jahrelangen Arbeit ist es ihnen
gelungen, eine Zusammenstellung der verschwiegenen Verbrechen des kubanischen
Regimes gegen das eigene Volk.
Maria Werlau leitet das Projekt „Cuba Archive “. Sie
recherchiert auch für die Politiksendung „La Noticia por Dentro“ (Fakten hinter
der Nachricht), die wöchentlich in spanischer Sprache über Radio Martí nach
Kuba gesendet wird.
Zusammen mit dem Ökonom, Armando Lago, haben sie
dokumentiert mehr als 9.000 Fälle in Kuba nach 1959 in denen Menschen zum Tode
kamen. Davon allein über 5.000 Menschen wurden erschossen, die meisten davon gleich nach Sieg der
Revolution oder unmittelbar in den ersten Jahren danach. Weitere 2.000 Menschen
starben im Gefängnis. Davon einige wurden hingerichtet und andere starben unter
ungeklärten Umständen.
Während der Batista Diktatur (1952-1958) wurden rund 3.000
Menschen Opfer von Gewalt, hauptsächlich während der Auseinandersetzungen
zwischen Anhänger der Tyrannei und Aufständischen.
Die Untersuchung ergab außerdem, dass mehr als 77.000
Menschen starben in den letzten 50 Jahren beim versuch die Straße von Florida
zu überqueren.
Der Vater von Maria Werlau wurde selbst Opfer des
totalitären Regimes. Nach der Niederlage in der Schweinebucht wurde er festgenommen.
Augenzeugen berichten er wurde gleich nach seiner Verhaftung ohne
Gerichtverhandlung erschossen.
In einem Interview für die US-Zeitung Sunday Star erzählte
Werlau, die Idee ein Archiv zu führen um die Verbrechen des kubanischen
Totalitarismus zu dokumentieren, stammt aus ihrer Zeit als Studentin in Chile.
Damals hatten die Chilenen eine Datenbank über die Verbrechen der Pinochet Diktatur.
Sie kam auf die Idee etwas Ähnliches zu machen mit den Verbrechen, die während
der Castro Diktatur auf Kuba begangen wurden.
In jeder öffentlicher Auftritt versucht der kubanische
Staatschef zu leugnen, dass unter seiner Regierung Personen ermordet und
gefoltert worden sind. In der Streife des Regieseurs Oliver Stone behauptete
Castro nach 1959 ist niemand in den kubanischen Gefängnissen weder gefoltert
noch ermordet.
„Ich bin sicher, er will damit unsere Untersuchungen
entkräften“ – versicherte Frau Werlau der Sunday Star.
ENDE
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