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Freitag, 12. März 2010
 

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  Beitrag von Peter Schumann im Deutschland Radio,

"Schwarzer Frühling in Havana

gesendet im März 2007

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Karikatur

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Politische Häftlinge in Kuba
Die „Urgesteine“ der Revolution festigen ihre Machtposition Drucken E-Mail
Dienstag, 9. Januar 2007

 

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Gerüchte über einen Machtwechsel im kubanischen Kulturministerium lassen die Schärfe der Auseinandersetzungen hinter den Kulissen zwischen rivalisierenden Gruppen an der Spitze der Führung erahnen. Die „alte Garde“(Los Históricos) gestattet nicht, dass die „Kinder der Revolution“ ihnen die „Butter vom Brot“ nehmen.

Autor: Boris Luis Santa Coloma

 

 

In diesen Tagen brodelt die Gerüchteküche in den Straßen Havannas. Die Nachricht über die Erkrankung von Fidel Castro und das beständige Schweigen der Führung bezüglich des Gesundheitszustandes des „Maximo Lider“ führt zu jeder Art von Spekulationen. Ein Nachfolgegerangel ist voll im Gange und niemand weiß genau wohin das Schiff in Zukunft steuert.

Die letzten Neuigkeiten der kubanischen Mundpropaganda waren: Ein bevorstehender Wechsel innerhalb der Spitze des „Palastes der Revolution“ (Sitz der Regierung). Der langjährige Direktor des kubanischen Filminstitutes, Alfredo Guevara, wird neuer Verbindungsmann zwischen die obersten Führung und dem Kulturminister, Abel Prieto.  Guevara wurde aus dem Ruhestand zurückberufen, um die Nachfolge von Carmen Rosa Báez, enge Vertraute von Fidel Castro anzutreten.

In den 50er. Jahren beteiligte sich Guevara aktiv am Kampf gegen Batista. Er war mit Fidel befreundet. Beide kannten sich aus der Studentenzeit. Nach dem Sieg der Revolution erkannte Guevara sofort die neuen Machtverhältnisse und stellte sich bedingungslos dem neuen „Starken Mann“ zur Verfügung. Castro nutzte Guevara, um seine Interessen gegenüber den kubanischen Intellektuellen zu vertreten. Guevara spielte eine beschämende Rolle in den sechziger Jahren in dem so genannten „Fall Padilla“. Ein Schriftsteller der von den Revolutionsgarden verfolgt wurde. Guevara war auch mitschuldig an der Schließung der Zeitschrift „Lunes de Revolución“, die zu einer kritischen Stimme am Castro - Systems geworden war.

Carmen Rosa Báez ist ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Kommunistischen Jugend Kubas. Castro ernannte sie später zum Mitglied seiner Beratermannschaft „Grupo de Apoyo“. Sie gehörte somit zu der Gruppe der „Wächter der Reinheit des Fidelismus“, bekannt auch als „Talibanen“.  

In den komplexen Strukturen der kubanischen Macht –  in denen ein Berater des Staatschefs mehr zu sagen hat als ein Minister – könnte man die Ernennung Guevaras  als einen weiteren Schritt interpretieren, die „alte Garde“  und  ihre Positionen zu festigen. Die Kultur ist heute ein sehr empfindlicher Bereich. Guevara als ein altbewährter Kader genießt ein gewisses Ansehen innerhalb der Kulturkreise. Frau Báez war Verfechterin der Idee der Notwendigkeit einer einzigen Staatsdoktrie (was Fidel Castro als „Batalla de Ideas“ bezeichnet). Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist sie nicht gerade die Autorität, die Kontinuität des Systems gegen die Forderungen der Intellektuellen nach Veränderungen durchzusetzen kann. 

Die „ alte Garde“ positioniert sich unauffällig mehr und mehr. Sie konsolidiert ihre Stellung im Machtapparat und verdrängt dadurch die Vertreter einer angeblich „ harten Linie“ immer mehr aus ihren Posten. 

In diesem Zusammenspiel von Palastintrigen und Machtkämpfen fällt das bis jetzt nach Außen ruhige Verhalten der „Talibanen“ in ihren Auseinandersetzungen mit der Machtelite um Raúl Castro auf. Das Blatt könnte sich aber sofort wenden, wenn Fidel Castro aufhört zu existieren.

ENDE

 
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