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Eine Meinungsumfrage des Forschungsinstitutes „Gallup“
bestätigt die Ergebnisse der unabhängigen Meinungsumfrage von „Solidaridad
Española con Cuba “. Die Bevölkerung der Insel will Arbeit und mehr Freiheit.
Das Resultat des Pools verpasste der kubanischen Regierung einen gewaltigen Denkzettel.
Autor:Boris Luis Santa Coloma
Das Meinungsforschungsinstitut „Gallup“ gab im Dezember die
Ergebnisse ihrer Umfrage in Kuba bekannt. Die Umfrage wurde heimlich
durchgeführt, da es bekanntlich die Regierung Kubas nicht gern sieht, dass sich
jemand von außerhalb mit dem kubanischen Alltag befasst. Befragt wurden ein
Tausend Kubaner aus den Städten Havanna und Santiago de Cuba. Ziel der Umfrage
war ein Vergleich der Meinungen der Bewohner der zwei wichtigsten Städte Kubas mit
den Ansichten der Bevölkerung anderer lateinamerikanischer Großstädte.
Das Ergebnis war verblüffend.
78% der befragten Kubaner ist zufrieden mit dem
Bildungssystem und 75% mit dem Gesundheitswesen Kubas. Im Gegensatz dazu liegt die
Akzeptanz der Lateinamerikaner bezüglich ihres Bildungssystems und
Gesundheitswesen jeweils bei 59% und 57%.
Das sind die einzigen beiden Aspekte, die anscheinend für
gut befunden werden in Kuba. Das kubanische System bekommt schlechte Noten bei
den Fragen nach: Freiheit, Hoffnung auf
eine Verbesserung der Lebensbedingungen, Demokratie und weitere von der
Wissenschaft anerkannte Komponenten zur Messung der Lebensqualität eines einzelnen
Menschen.
In diesem Zusammenhang ist das Thema Freiheit hervorzuheben.
Nur 25% der Kubaner ist zufrieden mit ihrer individuellen Freiheit. Im
Gegensatz dazu empfinden 80% der Lateinamerikaner, dass sie in Freiheit leben. Damit
schneidet Kuba nicht nur schlechter als allen anderen lateinamerikanischen
Ländern ab, sondern auch gegenüber Staaten wie Zimbabwe (32%) und Äthiopien
(30%), die nicht gerade beispielgebend im Punkt Menschenrechte sind. Das
Ergebnis der Umfrage zeigt, dass Kuba eines der Länder auf der Welt ist, wo
sich die eigene Bevölkerung am wenigsten frei im Alltagsleben fühlt.
Dieses Resultat bestätigt auch die Ergebnisse der
Ersten Unabhängigen Meinungsumfrage von „Solidaridad Española con Cuba“ aus Dezember 2005, wonach
80% der Kubaner eine Veränderung ihrer Lebenssituation wollen.
Der Frust innerhalb der Bevölkerung der Insel zeigt sich
ebenfalls bei der Frage „wie zufrieden sind Sie mit ihren Möglichkeiten ihr
Talent und Können zu entfalten“.
Nur 34% der Befragten gaben eine positive Antwort. In der
lateinamerikanischen Region liegt dieser Wert jedoch bei 66%. Die Mehrheit der Bevölkerung
will ein anderes System mit wenigen Restriktionen.
Die Leute auf der Insel sind ebenfalls unzufrieden mit ihren
Zugang zu neuen Technologien. Sie glauben ihre Regierung tut zu wenig um das
Land diesbezüglich voran zu bringen.
In Kuba hat nur 1% der Bevölkerung von der Regierung
zugelassenen Internetzugang.
In Lateinamerika liegt dieser Wert bei 24% der Bevölkerung.
Die vielleicht größte Überraschung der Umfrage war das
Ergebnis der Frage: was die Kubaner über die USA denken. Nach fast einem halbem
Jahrhundert Indoktrinierung der
Bevölkerung sie im antiamerikanischen Sinne zu erziehen, empfindet die Mehrheit
der Bevölkerung nach wie vor die USA als ihre bevorzugte Vergleichsmöglichkeit.
44% der Befragten glaubt die Dinge würden besser laufen, wenn die USA
Haupthandelspartner Kubas wäre.
Im Vergleich dazu liegt China mit 17% nicht gerade in der
Präferenz der Menschen auf der Insel.
Eine weitere interessante Schlussfolgerung aus der Umfrage
ist die Akzeptanz des Systems an Hand der Meinung über die Regierung. Obwohl die
Menschen auf Kuba nur sehr zögerlich, ein Urteil über den Machtapparat abgeben,
da sie Repressalien befürchten. Trotzdem erklärten sich 40 % der Befragten
nicht einverstanden mit der Tätigkeit der Regierung. Nur 13 % der Angesprochenen
weigerten sich auf die Frage zu antworten, da sie nicht wussten, ob eine
negative Antwort mit Folgen verbunden wäre. Viele der Befragten waren jedoch
mutig genug sich zu äußern.
Im Auftrag der offiziellen Zeitung „Juventud Rebelde“,
Zentralorgan der „Kommunistischen Jugendorganisation Kubas“ wurden zum
Jahreswechsel 300 junge Menschen nach ihrem Wohlbefinden befragt. Bei dieser
Befragung ging der Schuss nach hinten los. Das Ergebnis brachte nicht die
erwartete Übereinstimmung mit der Regierungspolitik. Sondern es wurden die
Resultate der Umfragen von „Gallup“ und „Solidaridad Española con Cuba“
bestätigt. Die große Mehrheit der befragten Jugendlichen äußerte den Wunsch
nach Veränderungen, allerdings unter sozialistischen Bedingungen. Da sie täglich
durch die Medien ihre Ration Angst vor einer demokratischen Wende eingeimpft
bekommen, hält man sich immer noch gern an dem Bild einer Wende unter
sozialistischen Bedingungen fest. Der ersehnte Traum der Teilnehmer der
Befragung von „Juventud Rebelde“ war - jede Woche Fleisch zu essen, uneingeschränkt
reisen zu können, sowohl in Kuba als auch ins Ausland und ein Computer zu
besitzen.
Aus diesen Fakten kann man schließen, dass die Kubaner zwar einen
Wechsel wollen, jedoch Angst davor haben. Die Leute wissen, das System ist ein
Fiasko, aber zögern den ersten Schritt in Richtung Veränderung zu machen. Der
Reformprozess ist für sie eine große Unbekannte. Es wird noch einige Zeit
dauern, bis sie ihre Ängste überwinden und den Mut zu Veränderungen aufbringen.
Alles ist nur noch eine Frage der Zeit….
ENDE
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