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Photos für die Geschichte

Der Siegeszug der Rebellenarmee in Havanna. Rechts der Comandante Huber Matos. Dieses Photo wurde damals von der kubanischen Zeitschrift "Bohemia" veröffentlicht.
Dieses ist das offizielle Photo über den Einzug der Rebellearmee in Havanna. Der Comandante Huber Matos ist verschwundet. Das ist das Photo das in den Geschichtbücher erscheint. Die Touristen die das Revolutionsmuseum in Havanna besuchen, sehen nur dieses "gefilterte" Photo.
Hinter der Geschichte dieser Photos:
Matos war ursprünglich ein Lehrer aus Manzanillo im Osten Kubas. Als Gegner
der Diktatur Fulgencio Batistas hatte er bereits 1957 beim Transport von
Verstärkungstruppen für die Rebellenarmee mitgeholfen. Fidel Castro ernannte
ihn zum Comandante der Rebellenarmee. Im August 1958 wurde Huber Matos zum Befehlshaber
der 9. Kolonne "Antonio Guiteras" bestimmt, die nordöstlich von
Santiago de Cuba operierte. Damit gehörte Matos zu den „Fünf Comandantes“ der
kubanischen Revolution. Am 08. Januar 1959 zog er an der Seite von Fidel Castro
in Havanna ein. Wie in stalinistischer Manier hat auch das kubanische Regime
das Photo -Matos neben Fidel Castro beim Siegeszug am Malecon- verändert und
Matos aus dem Bild gelöscht. Trotzdem genieß er heute noch ein großes Ansehen in
der kubanischen Bevölkerung. Bereits 10 Monate nach dem siegreichen Einmarsch
in Havanna wurde Matos von Fidel Castro in einen Schauprozess mundtod gemacht
und für 20 Jahre ins Gefängnis geworfen. Das war der Anfang vom Ende des Traumes
einer besseren Gesellschaft auf Kuba.
AUSZÜGE AUS EINEM APELL DES COMANDANTEN HUBER
MATOS AUS SEINEM EXIL AN DIE ANGEHÖRIGEN DER ARMEE UND DER STAATSSICHERHEIT
1
Die Militärparade am
02. Dezembers sowie alle durchgeführten Veranstal-tungen mit dem angeblichen Ziel ein
rundes Jubiläum zu feiern, sind ein weiterer Versuch die Menschen
einzuschüchtern. Die regierende Gruppe will das totalitäre System durch eine
dynastische Nachfolge aufrechterhalten. Die Kubaner sind eine geteilte Nation.
Die Petrodollars aus Venezuela werden die jetzige Führung noch für eine Zeit
lang vor ihrem kläglichen Ende retten.
2
Fidel schreitet seinem körperlichen und
politischen Ende entgegen. Während sein Bruder Raúl die Ängste und den Hass
unter der Bevölkerung schürt. Demagogie und Terror sind die beiden wichtigsten
Waffen des kubanischen Totalitarismus.
3
Der Traum einer siegreichen kubanischen
Revolution ist lange vorbei. Das Regime wird zunehmend Opfer seiner eigenen Widersprüche
und hat noch eine offene Rechnung mit der Geschichte zu begleichen, wegen der
Ermordung vieler seiner Helden, darunter Camilo Cienfuegos und Arnaldo Ochoa.
In beiden Fällen ist eine Beteiligung des jetzigen Machthabers, Raúl Castro erwiesen.
4
Das Ziel der kubanischen Revolution war nie
eine Erbdiktatur zu errichten, sondern die Wiederherstellung der Demokratie,
nach dem Militärputsch von Fulgencio Batista am 10. März 1952. Dieses Ziel
wurde in einem historischen Papier in der Sierra Maestra im Sommer 1957
vereinbart und niedergeschrieben. Man wollte lediglich die Gesellschaft und die
Wirtschaft im humanistischen Sinne reformieren. Jedoch war keinesfalls die
Abschaffung des Rechtsstaates damit gemeint. Gleich nach dem Sieg der
Revolution kündeten die fünf Hauptkommandanten der Rebellenarmee ein Sozial-
und Wirtschafts-reformprogramm an, das in einem demokratischen Umfeld unter der
Losung „Freiheit mit Brot, aber Brot ohne Terror“ realisiert werden sollte.
5
Gleich nach dem Sieg rissen Fidel, Raúl und
Ché die Macht an sich, während der Comandante Camilo Cienfuegos und ich auf
einem demokratischen Kurs beharrten. Am 21. Oktober 1959 – 10 Monate nach dem
Sieg der Revolution – habe ich öffentlich die kommunistische Verschwörung
verurteilt. Aus diesem Grund wurde ich verhaftet und verleumdet. Eine Woche
nach meiner Inhaftierung verschwand der Comandante Camilo Cienfuegos. Die Treue
zu den eigentlichen demokratischen Zielen der Revolution bezahlte er
6
mit seinem Leben und ich mit 20 Jahren
Gefängnis. Mit der Beseitigung von Camilo und mit meiner Verhaftung war der Weg
frei für Fidel und Raúl. Ihnen stand eine Gruppe skrupelloser Anhänger zur
Seite, darunter das Mitglied der jetzigen Regierung, Ramiro Valdés. Das war der
Beginn einer Verfolgungswelle aller demokratischen Kräfte. Jeder Widerstand
gegenüber der in der Entstehung begriffenen Castro -Diktatur hatte Gefängnis
oder den Tod zur Folge. Mehrere Tausend Kubaner wurden ins Gefängnis geworfen.
Das Regime provozierte den Abbruch der Beziehungen mit den Vereinigten Staaten
- unser damals wichtigster Handelspartner. Unter diesem Vorwand verwandelte das
Regime Kuba schrittweise in einem Satellitenstaat der Sowjetunion. Mehr als
zwei Millionen Kubaner mußten ihr Land verlassen.
7
Der Verrat der Castro
– Brüder an den Zielen der Revolution und somit an Kuba, war eine Gegenleistung
für die sowjetische Militär- und Wirtschaftshilfe. Unser
Land wurde ein Werkzeug des sowjetischen Expansionismus in der
Auseinandersetzung mit dem Westen. Tausende Kubaner starben in sinnlosen
Auseinandersetzungen in fremden Ländern. Die angeblichen „Errungenschaften“ des
kubanischen Sozialismus wurden nicht von den Leistungen der unproduktiven
kubanischen Wirtschaft getragen, sondern durch die vielschichtigen
„Hilfeleistungen“ aus der ehemaligen Sowjetunion. Die kubanische Wirtschaft stand
in einem totalen Abhängigkeitsverhältnis von der Sowjetunion. Das gleiche
Abhängigkeitsverhältnis zeigt sich heute vom chavinistischen Venezuela. Die Schuld des
wirtschaftlichen Fiaskos auf Kuba wurde stets der Wirtschaftsblockade der USA zugeschoben.
8
Die Zukunft Kubas liegt in der Demokratie , in
der Markwirtschaft, in der internationalen Zusammenarbeit und in den
politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA als Nachbarland.
9
Eine Wende ist erforderlicher denn je. Ein
wichtiger Faktor in dieser Wende stellen die Militärs da.
10
Den Angehörigen der Armee steht eine besondere
Rolle im kubanischen Wendeprozess zu. Der Übergang zur Demokratie sollte von
einer Gruppe getragen werden. denen sowohl Zivilisten als auch Militärs angehören
müssen. Der erste gemeinsame Schritt sollte die Freilassung der politischen
Gefangenen sein. Die Interessen aller Gruppen müssen im Wendeprozess
Berücksichtigung finden. Das ist Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen
Wandel zur Demokratie.
Der Aufbau soll dem Wohle aller Kubaner
dienen!
Dezember 5, 2006.
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