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Der kubanische Machtapparat bereitet langsam die Bewohner
der Insel auf die Ankündigung der Todeserkrankung Castros vor
Autor: Boris Luis Santa Coloma
Das kubanische Regime feierte sich selbst am 02. Dez. 2006 mit
einer Militärparade „a la Sowjetunion“. Die Eröffnungsrede hielt Raúl Castro - als Fidels Nachfolger und Minister der
Streitkräfte. Raúl verlas ein Begrüßungsschreiben seines Bruders Fidel, in dem dieser
die Kontinuität des Regimes beschwört. Danach hielt er seine kleine Rede voller
revolutionärer Parolen aus alten Zeiten, aber mit einem verdeckten Hinweis auf
die Aussicht einer eventuellen Veränderung der amerikanischen Kuba-Politik. Raúl
sprach von einer gescheiterten Politik der USA (in Irak), die erforderlicher
Weise durch neue Akzente ersetzt werden müsse.
In diesem Zusammenhang sagte der kubanische Armeechef wörtlich:
"Wir
sind davon überzeugt, dass der Ausweg aus den dringenden Konflikten,
denen heute die Menschheit gegenüber steht, nicht in Kriegen besteht,
sondern in politischen Lösungen. Wir nutzen diese Gelegenheit, um
erneut unsere Bereitschaft zu erklären, die lang anhaltenden
Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba am
Verhandlungstisch zu lösen, das natürlich, wenn sie, wie wir bei
anderen Gelegenheiten sagten, unseren Charakter als ein Land, dass
keine Schatten über seiner Unabhängigkeit duldet, akzeptieren, und auf
der Grundlage der Prinzipien der Gleichheit, Gegenseitigkeit,
Nichteinmischung und gegenseitigen Achtung.
Derweil
sind wir nach fast einem halben Jahrhundert bereit, geduldig den Moment
abzuwarten, in dem sich der gesunde Menschenverstand im Verhalten der
mächtigen Kreise in Washington durchsetzt." - Ende des Zitats -
Kurz gesagt - jeder Vorschlag von Washington ist willkommen.
Besänftigende Töne mit Aktzent auf die Kontinuität (die permanente Maxime des Regimes vorallem aber seit den letzeten vier Monate). Sie wird in erster Linie von einer Gruppe „alter
Guerrilleros“ getragen. Es wurden keinerlei Worte über Erneuerung oder die
Rolle der „ jüngeren Garde“ verschwendet. Die Klique der „historischen“
Kommandanten soll heute für die Fortführung des bereits gescheiterten
Experiments sorgen.
Erwähnenswert ist die Aufmerksamkeit, die kubanische
Medien dem „Comandante“ Ramiro Valdés widmen. Niemand wagt momentan
vorauszusagen, was für Absichten sich dahinter verbergen. Valdés – ein
Vertrauter Raúl Castros - wird
vielleicht zukünftig ein Hindernis für jene fortschrittlichen Kräfte im
kubanischen Machtapparat darstellen, die nach Fidels Tod als Träger für den notwendigen
Reformprozess in Frage kämen.
Der Ablauf der Parade sowie der Feierlichkeiten zu Fidels
Geburtstag unterstrichen die Figur des „Maximo Lider“ als wegweisende Legende. Es
sah so aus, als ob die Regierung langsam die Bevölkerung auf die Nachricht des eventuellen
Ablebens Castros vorbereiten wolle.
ENDE
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