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Von Boris Luis Santa
Coloma
Die Entscheidung des europäischen Parlamentes, eine
Delegation nach Kuba zu schicken, um den Sajarov Preis an die „Damen In Weiß “ zu
überreichen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Insel befindet sich
in einem historischen Wendepunkt. Die Demokraten und die fortschrittlichen
Kräfte auf Kuba brauchen mehr denn je die moralische Unterstützung der Internationalen
Gemeinschaft.
Das schlimmste was unter den gegenwärtigen Bedingungen
geschehen könnte, wäre die Insel ihrem Schicksal zu überlassen. In Anbetracht
des bevorstehenden Reformprozess auf Kuba wäre die Passivität eine unadäquate
Antwort. Die Achtung der Souveränität und die Hindernisse des totalitären
Regimes zu jeder direkten Unterstützung an die kubanischen Demokraten, haben
ihre Gültigkeit als Argumente verloren. Passivität ist nicht zeitgemäß im Falle
Kubas. Eine neue Einstellung muss her. Die Europäer können sehr viel für die
Demokratisierung Kubas machen und es ist notwendig, dass sie darüber
nachdenken.
Die demokratischen Kräfte Kubas haben die internationale
Solidarität ersucht. Oswaldo Payá, Manuel Cuesta Morúa sowie andere Wortführer
der friedlichen Opposition haben sich an die Weltöffentlichkeit gewandt, um die
wachsende Verfolgung und Druckmaßnahmen des kubanischen Regimes gegen die
fortschrittlichen Kräfte auf der Insel zu verurteilen.
Ihren Appell ist nicht in tauben Ohren gestoßen. Aus Europa
fängt man an, intermittierende Zeichen an die kubanischen Demokraten zukommen
zu lassen, um sie bewusst zu machen, dass man auch in Europa von der
historischen Tragweite des gegenwärtigen Augenblicks auf Kuba langsam Bewusst
wird. In diesem Sinne ist es die Gründung des Vereins "Cuba-Europa en
Progreso“ (Kuba-Europa für den Fortschritt - www.cuba-europa.org) zu erwähnen.
Ziel dieser Initiative ist die Schaffung einer Plattform, um die kubanischen
Oppositioneller sozialistischer Prägung zu unterstützen. Andere politische Kräfte
Europas könnten dieses Beispiel folgen und ähnliche Solidaritätsorganisationen
mit ihren Glaubensgenossen auf Kuba gründen.
Unter den wertvollen Initiativen ist auch die „Peña“ der
deutschen Botschaft in Havanna zu erwähnen. Die deutsche diplomatische
Vertretung veranstaltet ein wöchentliches Diskussionsforum für Oppositionelle
und reformwillige Kräfte um den gegenseitigen Gedankenaustausch zu fördern. Eine
wichtige Übungsstunde für die revolutionären Kräfte auf Kuba nach fast einem
halben Jahrhundert Intoleranz gegenüber anderen Ideen. Der Beginn der Reformen
rückt immer näher und man möchte darauf vorbereitet sein.
Die Information an die Medien über die Situation in Kuba ist
auch ein weiteres Mittel einen Beitrag zur kubanischen Wende zu leisten. In
dieser Hinsicht ist die jahrelange Kuba-Tätigkeit der Konrad Adenauer Stiftung
hervorzuheben. Die KAS hat während der letzten Jahre durch zahlreiche Gespräche
und Konferenzen auf die Situation in Kuba und auf die Notwendigkeit den
friedlichen Oppositionellen auf der Insel zu unterstützen, aufmerksam gemacht.
Andere deutsche und europäische Institutionen haben
ebenfalls lobenswerte Initiativen entwickelt. Die Liste ist lang. Die Sache
Kubas erweckt Sympathien unter den Europäern, in besonders jenen von Europa vom
Osten, der den Totalitarismus in Fleisch und Blut erlitten
Es ist wichtig, dass die Gesellschaft und die Öffentlichkeit
in Deutschland Gesellschaft bewusst von der tragweite der neuen Situation auf
Kuba wird. Die Insel befinde sich an einem Scheideweg. Das erfordert eine
Revision des bis jetzt verfolgten Kurss bezüglich Kubas. Parteilichen Egoismus
wäre auf dieser Stelle falsch. Für die Deutschen und die Europäern die
Priorität sollte liegen in der Suche nach Formeln um effektiv den Demokratisierungsprozess
Kubas zu unterstützen und den kubanischen Demokraten zu helfen. Phantasie und
Einfall sind dabei gefragt um gefahrene Wege zu vermeiden. Die Entwicklung der
Ereignisse erfordert ein schnelles Handeln.
ENDE
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