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		<title>Kuba-Magazin</title>
		<description>Aktuelle Nachrichten und Beiträge von Kuba-Magazin</description>
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		<title>IN KUBA SIND MEHR OPPOSITIONELLE ALS IN DER DDR VOR DEM FALL DER MAUER</title>
		<link>http://www.kuba-magazin.de/content/view/64/41/</link>
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Berliner Zeitung ver&amp;ouml;ffentlichte am 09. 10. 2006 ein Interview mit dem kubanischen Dissidenten, Oswaldo Pay&amp;aacute;


Der Journalist der Berliner Zeitung, Hinnerk Berlekamp, interviewte den
kubanischen Oppositionellen, Oswaldo Pay&amp;aacute; (index.php?option=com_content task=view id=44 Itemid=38) , &amp;bdquo;Sacharow-Preis Tr&amp;auml;ger des
Europ&amp;auml;ischen Parlaments&amp;ldquo; und Initiator des &amp;bdquo;Varela Projekts&amp;ldquo;. Dabei
handelt es sich um eine Petition f&amp;uuml;r gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere politische und
wirtschaftliche Freiheit auf der Insel, die inzwischen mehr als 25 000
B&amp;uuml;rger unterzeich-net haben. Der 54-j&amp;auml;hrige Dissident sieht Kuba heute
in einer Situation &amp;auml;hnlich die der CSSR oder der DDR unmittelbar vor
der Wende 1989.



Der &amp;bdquo;Sacharow  Preistr&amp;auml;ger&amp;ldquo; ist nicht mit einer Nachfolge  Fidel
Castros durch seinen Bruder einverstanden. Nach fast f&amp;uuml;nf Jahrzehnten
mit Castro an der Macht h&amp;auml;lt er f&amp;uuml;r angemessen, wenn endlich das Volk
geh&amp;ouml;rt wird. Das hei&amp;szlig;t nicht - das Volk mit Fahnen auf dem &amp;bdquo;Platz der
Revolution&amp;ldquo;, sondern die Meinung des Volkes an den Wahlurnen. Was
wollen die Kubaner? Sie wollen Freiheit, sie wollen Demokratie, sie
wollen kostenlose Bildung und Gesundheit. Sie wollen keinen Sprung in
den z&amp;uuml;gellosen Kapitalismus, aber sie wollen auch nicht im z&amp;uuml;gel-losen
Kommunismus verharren &amp;ndash; versicherte der Wortf&amp;uuml;hrer der &amp;bdquo;Movimiento
Cristiano Liberaci&amp;oacute;n&amp;ldquo;

Nach Auffassung von Pay&amp;aacute;  (index.php?option=com_content task=view id=45 Itemid=38) setzt sich die friedliche Opposition Kubas f&amp;uuml;r
eine unblutige Wende in Kuba ein. Das Schl&amp;uuml;sselwort daf&amp;uuml;r: &amp;bdquo;Dialog&amp;ldquo;  &amp;ndash;
auch mit der Regierung. Aber die Opposition st&amp;ouml;&amp;szlig;t momentan nur auf
Arroganz und auf Repression. Oswaldo Pay&amp;aacute; glaubt nicht, dass das Regime
nur ein monolithischer Block sei, sondern es gibt auch Gem&amp;auml;&amp;szlig;igte. Nun
ist es aber an der Zeit dass sie sich offenbaren.

In Kuba gibt es augenblicklich mehr Oppositionelle, als in der DDR vor
dem Fall der Mauer &amp;ndash;versicherte Pay&amp;aacute;. Er f&amp;uuml;gte hinzu: &amp;bdquo;Unter einem
totalit&amp;auml;ren System sind die Dissidenten zahlenm&amp;auml;&amp;szlig;ig nur wenige, aber
sie verk&amp;ouml;rpern die Interessen und die W&amp;uuml;nsche all derer, die aus Angst
und Verzweiflung schweigen&amp;ldquo;.

Die kubanische Opposition versteht sich weder als Avantgarde noch als
Befreier. Sie wollen lediglich einen Prozess in Gang bringen, in dem
das Volk demokratisch die Macht erlangen kann. Nicht &amp;uuml;ber einen F&amp;uuml;hrer
oder eine Partei, denn wir haben genug Erfahrung, in welche Fallen eine
Nation ger&amp;auml;t, wenn sie ihre Souver&amp;auml;nit&amp;auml;t einer einzelnen Person oder
Partei anvertraut &amp;ndash; versicherte Pay&amp;aacute;.

In seinen Augen, nimmt die gegenw&amp;auml;rtige Regierung f&amp;uuml;r sich die
historische Legitimation einer Revolution in Anspruch, die vorrangig
von den Massen getragen wurde. Auch andere vor Castro haben das Gleiche
f&amp;uuml;r sich beansprucht. Zum Beispiel Hitler - der von sich behauptete-
das ganze Volk st&amp;auml;nde hinter ihm. Aber Freiheit gab es niemals unter
ihm &amp;ndash; sagte Oswaldo Pay&amp;aacute;.

Zur Frage &amp;uuml;ber die Beschuldigungen der kubanischen Regierung - die
Dissidenten seien alle nur Anh&amp;auml;ngsel der USA -  machte der
oppositionelle Pay&amp;aacute; auf die Armut und die Verfolgung aufmerksam, mit
der die Dissidenten leben m&amp;uuml;ssen. Die Dissidenten sind auf die
Unterst&amp;uuml;tzung von Au&amp;szlig;en angewiesen, um ihre Familien ern&amp;auml;hren zu
k&amp;ouml;nnen, denn die Meisten von ihnen haben ihre Arbeit l&amp;auml;ngst verloren.

Pay&amp;aacute; ist der Auffassung, dass allein das kubanische Volk f&amp;uuml;r den
demokratischen &amp;Uuml;bergang verantwortlich sei. Aber auf der anderen Seite
die kubanische Wende braucht den Druck von au&amp;szlig;erhalb auf die kubanische
Regierung.


 

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